
Unsere kleine Motte wird in einer Woche schon 4 Monate alt. Ich kann es kaum fassen, wie schnell die Zeit vergeht.
Nach Hause kommen leicht gemacht: die besten Nachbarn der Welt haben in den drei Wochen, in denen wir auf Weihnachtsurlaub in Deutschland waren unser Heim gehütet und uns mit einem Strauss Blumen, einer geheizten Bude und tollen Weihnachtsgeschenken überrascht. Wir hatten uns wirklich auf’s Nach-Hause-Kommen gefreut aber soviel Nachbarschaftsliebe machte alles einfach nur noch schöner!

Mit Oma Buch angucken war für Lilly mal wieder der Hit. Oma war sowieso immer die Beste (naja, nach Papa) ;-)
Mm, nun fange ich beim Ende an und nicht da, wo ich eigentlich loslegen sollte, nämlich bei unserer Abreise ;-) Wir waren nämlich extreeeeeeem gestresst, bevor es losging und hatten uns doch tatsächlich Erholung vom Deutschlandurlaub erhofft, haha! Dass wir uns in den kommenden drei Wochen allerdings nur sehr wenig entspannen würden, hätten wir durchaus ahnen können, schliesslich sind wir schon seit 5 Jahren fast jedes Weihnachten in Deutschland gewesen und wissen wie der Hase läuft…

Die weltbesten Freundinnen nebst Kindern zu Besuch. Wenn ich mir überlege, dass wir vor 20 Jahren schon zusammen die Schulbank gedrückt haben und inzwischen verheiratet sind und/oder Kinder haben... Wahnsinn, ich komme mir vor wie eine alte Oma :-)

Die Zeit reichte leider nicht für ein langes und tiefsinniges Treffen aber zumindest haben wir uns endlich mal wieder zu dritt gesehen und ich durfte mein Patenkind kennenlernen. So ein süsser Fratz aber auch!
Aber irgendwie geht man doch immer optimistisch ran und denkt nicht daran, dass gerade an Weihnachten die Zeit mit Freunden extrem knapp bemessen ist. Das Gute sehe ich allerdings auch darin, dass man gerade über die Feiertage sehr viel Zeit mit der Familie verbringen kann und die Kinder auf diese Art und Weise einen immer besseren Draht zu dieser bekommen. Während es noch vor ein paar Monaten so war, dass Lilly sich erst an Oma und Opa gewöhnen musste, wenn wir mal da waren, brauchte sie diesmal so gut wie keine Zeit zum “warm werden”. Kaum angekommen, wurde die Omi schon bei der Hand genommen und genötigt, Buch mit der Chli anzuschauen oder mit den zahlreich vorhandenen Bausteinen zu bauen. Einfach süss.
Damit wir nicht so einen Riesenstress bekommen würden, hatten wir uns überlegt, die Ferien blockweise aufzuteilen, schliesslich mussten wir ja von der einen Seite Leipzigs (Markranstädt im Westen) nach Wurzen (im Osten), um unsere Familien zu sehen. Daher kamen Markus und ich überein, dass wir die erste Woche bei meinen Eltern verbringen würden, quasi bis Heiligabend, die zweite dann bei seinen und dann nochmal ein paar Tage bei jeder. Das war, denke ich, auch eine gute Lösung, vermied es doch, dass wir unablässig hin-und her fahren mussten, so wie es in der Vergangenheit oft der Fall war.

Mein Bruder und die Chli waren ein Herz und eine Seele und das nicht nur beim Schmücken des Weihnachtsbaums. Ich bin fast dahin geschmolzen, wenn "Onkel Maik" der Chli die Welt erklärte, sie für draussen anzog oder ihr beim Frühstücken das Butterbrot schmierte.

Nach jeder aufgehangenen Kugel klatschte sich die Chli selbst Beifall und schrie "Bravo, Lilly"! Das hatten ihr Oma und Opa beigebracht. Klar, dass mein Bruder da nur jubelnd mit einfallen konnte ;-)

Dass am Baum die Kugeln am Ende eher unproportioniert verteilt waren, könnt ihr euch sicher vorstellen... ;-)
Mit zwei Kindern im Gepäck ist eben alles längst nicht mehr so einfach wie wenn man nur zu zweit unterwegs ist. Nun machen wir eben alles zusammen und es steht für uns ausser Frage, dass der Eine ohne den Anderen übernachtet. Das bringt uns allerdings auch zu einem Problem unseres Urlaubs: dem Platz. Bei meinen Eltern ging das noch einigermassen gut, da sie in einem Haus wohnen und wir dort quasi die ganze obere Etage für uns allein hatten aber bei Markus’ Eltern war es da schon deutlich enger.

Raus auf den Spielplatz, auch wenn's kalt war. Eingepackt wie die Eskimos geht das schon... besonders in meiner neuen Daunenjacke, in der man sich immer vorkommt, als würde man noch im Bett liegen ;-)
Trotzdem löste sich das Problem im Grunde ganz gut. Gerade auch Markus’ Mama tut wirklich alles dafür, dass wir uns wohlfühlen, wenn wir da sind, sodass der Platzmangel am Ende eher eine untergeordnete Rolle spielte. Es ist sowieso total schön, dass Eltern einfach Eltern sind. Da wird prinzipiell das Lieblingsessen gekocht, man wird bemuddelt, die Kinder werden einem abgenommen, so dass man auch mal Zeit für sich hat oder es ist einfach immer genau das im Schrank, was man besonders gerne mag. Ihr seid sicher einer Meinung mit mir: sowas gibt’s nur bei Eltern :-)
Trotzdem waren wir am Ende froh, endlich wieder zu Hause zu sein. Man hatte eben drei Wochen lang kein eigenes Leben und mit über 30 Lenzen auf dem Buckel und zwei Kindern im Gepäck ist es gar nicht mehr so einfach, sich plötzlich rund um die Uhr nach anderen richten zu müssen bzw. nicht immer selbstständig entscheiden zu können. Und nach drei Wochen freut man sich einfach auch auf seine eigene Bude, seine normalen Lebensgewohnheiten, sein typisches Essen und seinen gewohnten Tagesablauf.

Und das, was die eine machte, wollte die andere natürlich ebenfalls. Zum Schiessen, wenngleich auch nicht immer unproblematisch ;-)
Schön war die Zeit in jedem Fall. Wir waren oft in der Stadt, haben nach alter Tradition in der Nikolaistrasse indisch gegessen, ein paar wenige Freunde getroffen, reichlich geshoppt und ausgiebig geschlemmt. Lilly und Elli haben endlich ihre Grosseltern wieder gesehen, bzw. Onkels und Tanten kennengelernt und mit den Kindern der Freunde gespielt.

Treffen mit Markus' alter Wg. Céline, David und Simon wohnen in Berlin, Heike und Sören in Kanada und wo wir wohnen...naja, das wisst ihr ja ;-) Die Mitte hiess diesmal für uns Dresden. War ein super schöner Tag und da die Stadt auch einkaufstechnisch echt was zu bieten hat, waren wir am nächsten Morgen gleich wieder dort ;-)
Schade war, dass wir es nicht geschafft haben, ein vollzähliges Schnuffitreffen hinzukriegen oder dass wir uns mitunter extrem gestresst gefühlt haben. Dank der vielen Feiertage verbrachten wir viel Zeit mit der Familie, was für’s Freunde treffen eben wieder nur wenig Spielraum liess. Manche Dates mussten dadurch extrem kurz ausfallen bzw. gänzlich abgesagt werden. Auf ein extrem kurzes Intermezzo schaffte ich es aber sogar mit meinen ehemaligen Cinestar-Mädels, Katharina und Anna-Sophie. Leider war es nur eine halbe Stunde aber die war dafür sehr schön.

Ich strahle (und glänze) wie ein Honigkuchenpferd. War aber auch schön ;-) Wir drei wohnen übrigens auch alle in verschiedenen Ländern: Anna in England, Katharina in den Niederlanden, na und ich... wie gesagt ;-)
Gesundheitlich ging es uns so lala, zumindest erkältungsmässig. Ich hatte teilweise gar keine Stimme und konnte nur noch krächzen, Elli schniefte was das Zeug hielt und musste beim Trinken regelmässig absetzen, um Luft zu holen, Markus ass eine Aspirin Komplex nach der anderen und die Chli hustete teilweise auch ganz schön rum. Gott sei Dank waren wir sonst aber eigentlich ganz fit und überhaupt, ich bin grad nur glücklich, denn seit Elli drei Monate alt ist, haben wir den Eindruck, ein komplett verändertes Kind in den Armen liegen zu haben. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie lieb, ausgeglichen, ruhig und fröhlich sie geworden ist!
Die allabendlichen Schreiattacken sind wie weggeblasen und sie weint wirklich nur noch, wenn sie auch tatsächlich was hat. Es ist wie ein Wunder! Wahrscheinlich fällt es euch schwer, euch das vorzustellen, denn ihr habt es ja nicht am eigenen Leib miterlebt wie es ist, wenn das Kind unter diesen beschissenen Dreimonatskoliken leidet aber für uns ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht und ich habe den Eindruck, dass es jetzt erst richtig richtig spassig wird, im Elternurlaub zu sein :-)

Elli schläft immernoch wahnsinnig viel (wesentlich mehr als die Chli damals in ihrem Alter) aber wenn sie denn wach ist, schaut sie mit extrem wachen Augen durch die Gegend und verfolgt alles ganz genau mit. Ausserdem lacht sie jetzt so uuuuuuunglaublich viel und gluckst und gurrt und ist einfach ein rundum zufriedenes kleines Baby. Hach, ich bin so froh.
Unsere kleine Chli hingegen hatte kurz vor Ende des Urlaubs noch ganz schön was auszustehen… (und wir auch!). Sonntagabend, am Geburtstag von Markus’ Papa und damit 2 Tage vor unserer Abreise geschah es: die Chli stolperte über irgendwas und fiel mit dem Kopf direkt gegen eine Wandkante. Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben so eine wahnsinnig grosse Beule gesehen, die sich trotz sofortigen Kühlens in nur wenigen Sekunden um ihr Vielfaches vergrösserte! Die arme kleine Maus weinte und schrie und wusste gar nicht wie ihr geschah.

Neles Zimmer war wie ein Schlaraffenland für Lilly. Vor lauter Spielen, bekam sie richtig rote Bäckchen ;-)
Man sah den Abdruck gerade durch ihr gesamtes Gesicht gehen: Von der Stirn, über die Nase und das Kinn. Es sah schrecklich aus und ein Klingone hat eine Flachlandschaft im Gesicht, gegen das was Lilly da über sich ergehen lassen musste! Wir waren alle total geschockt und wussten gar nicht, was wir machen sollten. Als sie dann aber auch noch anfing aus der Nase zu bluten, gab es für Markus und mich kein Halten mehr: wir fuhren sofort ins Krankenhaus mit ihr, um Gewissheit darüber zu bekommen, dass es ihr auch wirklich gut ging.
Leider konnte uns genau das niemand 100%ig versichern und da Lilly sich wie eine Furie gegen sämtliche Weisskittel wehrte (ich weiss auch nicht, wo sie ihre Abneigung gegen Ärzte her hat!), war es auch nicht einfach, Licht ins Dunkel zu bringen. Als der diensthabende Arzt uns dann verkündete, dass sie 48h lang zur Beobachtung da bleiben müsse, brach ich in Tränen aus. War es vielleicht doch was ernstes? Mannomann, als Eltern kann man schonmal leicht hysterisch werden, besonders wenn es die erste solcher sicher noch öfter wiederkehrender Situationen ist.

Ferien, das ist morgens zur Mama ins Bett krabbeln und auf dem iPhone "Der kleine Maulwurf" schauen ;-)
Naja, gut dass die Chli gerade so papa-fixiert ist, das erleichterte uns den Krankenhausaufenthalt. Ich musste ja Elli stillen aller paar Stunden und ein drei Monate altes Baby hat in einem Krankenhaus meiner Meinung nach auch nichts zu suchen. Demnach blieb Markus bei der Chli und schlug sich 2 Nächte mit ihr um die Ohren. Am Tag durfte sie sich keinesfalls überanstrengen, weswegen sie nur sitzen bzw. getragen werden durfte. Sagt das mal einer fast Zweijährigen!!! Jedenfalls erbrach sie sich nicht und zeigte auch sonst keinerlei Auffälligkeiten, was die Ärzte dann dazu bewog, uns schon vorzeitig grünes Licht für die Abreise zu geben. Dienstag holten wir Markus und die Maus also morgens um 7 im Krankenhaus ab und fuhren direkt zum Flughafen. Puhhhh, nochmal gut gegangen :-)
(10 Kommentare)
C’est fou comme Elli a grandi ! Tu as raison, ça passe vite… Est-ce que tout va mieux pour sa grande soeur depuis la cascade ?
Des gros bisous à vous 4.
und ich habe das gefühl, dass es schon eine halbe ewigkeit her ist, dass wir uns gesehen haben. war ja auch wirklich viiiiiel zu kurz. :o) und ach ja, wo manu recht hat, hat sie recht. unglaublich wie sehr sich elli seit unserem treffen schon wieder verändert hat. drück dich!
Mensch, da habt ihr aber wieder viel erlebt ;-)
Du, wenn ihr mal wieder einen blühend fette Beule haben solltet, Gott verbitt … also Arnika wirkt wie ein Wunder gegen die Schwellung.
Noah ist im Sommer mit beiden Händen in den Hosentaschen herumgelaufen und dann mit vollem Knall nach vorne gefallen auf seine Stirn, auf einen harten Laminatfussboden. Bei einer Party.
Mir blieb fast das Herz stehen, als ich die Beule sah. Eine Freundin rannt nach Eis und eine andere zauberte aus ihrer Handtasche dieses magische Cremchen hervor und in binnen kürzester Zeit war die Schwellung weg. Ich trage diese Creme seither immer mit mir und den Kindern herum :
http://www.amazon.co.uk/Arnicare-100238-Arnica-Cream-50g/dp/B0013GAQQI/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1326662789&sr=8-4
Tolle Bilder, tolle Geschichten! Ihr habt ja viel erlebt zu Hause und wie immer hast du es super beschrieben. Eure beiden süßen Mäuse sind echt goldig. Liebe Grüße nach Norwegen!
Da war ja wirklich schwer was los in den letzten drei Wochen! Kann ich gut verstehen, dass ihr froh seid, wieder daheim zu sein. Übrigens ist eure Elli einfach eine Zuckerschnute, ich bin schwer verliebt! Das wäre eine für meinen Jakob! Hach, aber die Distanzen… ;)
Oje, die Krankenhausstory hattet ihr gar nicht erzählt..
Ich fand es sehr schön, euch zu treffen und Elli kennenzulernen! Sie ist echt ein goldiges Baby.
Erwähnte ich, dass ich mir die Erkältung von dir eingefangen hatte? Naja, das war´s wert :-)
Bis bald,ihr Helden des Alltags,
Eva
Hallo liebe Schubi,
schön wieder etwas von Dir und Deiner Rasselbande zu lesen! Ich hab jeden Tag geschaut, ob es schon was Neues gibt, aber geahnt, dass es erst nach Eurem Urlaub wird. Klingt, als ob ihr einen tollen Urlaub hattet, wenn auch aufregend und mit einigen unnötigen Episoden (wie der Krankenhaus-Geschichte). Aber hauptsache es sind alle gesund und munter wieder zuhause angekommen!
Ich freue mich außerdem außerordentlich für Euch, dass Ellis Schrei-Zeit geschafft ist. Sie ist so eine kleine hübsche Püppi – das obere Bild ist wirklich zum anbeißen!
So, ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Neuigkeiten von Euch. Liebe Grüße aus LE,
Maxie
Hi Ihr vier,
freut mich außerordentlich zu hören, dass bei Euch wieder Ruhe eingekehrt ist und es Euch gut geht. Zum glück, dass mit der Beule nicht ernstes gewesen ist und alles gut gegangen ist.
PS: Gibt es inzwischen die Möglichkeit, mit einem Mailabo über Neuigkeiten auf Eurer Seite informiert zu werden?
Viele Grüße vom “ab-und-an” Mitleser ;-)
Hallo Blaufotograph – schau mal in die Sidebar im Blog, da gibts jetzt ne Möglichkeit für Abos. Müssen mal schauen ob es funktioniert – ist bisher ungetestet.
Viele Grüsse!
M
Cool, danke Markus. Ich habe mich gleich mal eingetragen.