stress

euch in den genuss eines kurzen autobigraphischen berichts zu versetzen, danach steht mir der sinn. nach einigen wenigen zeilen über die entwicklung meines lebens in norge ist jedoch schon schluss, denn wieder einmal hat es mich erkältungstechnisch dahingerafft und ich verbringe den abend weder wie geplant damit, meine norwegischkenntnisse beim norskkurs zu erweitern, noch damit, markus’ arbeitsplatz auf hochglanz zu polieren. IMG_8493.JPG
insgesamt gesehen befinde ich mich grad in der stressigsten zeit, die ich nun schon hier in norwegen bin. komme mit dem korrigieren, vorbereiten, planen und stundenhalten einfach nicht hinterher. dazu noch das verhasste putzen zweimal die woche, das mir den ganzen sonntag vergellt und eine mögliche erholungsphase vollkommen sabottiert.

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da ich heut meinen ersten tag in der schule in undheim hatte, ich manu gestern am telefon eine stunde in den ohren lag (als erfahrene lehrerin konnte sie mir so einige tipps geben) und vielerorts von meiner aufregung vor der ersten stunde berichtet habe, möchte ich euch nun einen bericht darüber nicht missen lassen.
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und es war toll! dass es allerdings so gut werden würde, hätte ich mir in meinen kühnsten träume nicht ausgerechnet. ich denke, dass man als lehrer selten zufrieden ist mit sich und der klasse aber heute kann ich das fast uneingeschränkt behaupten. hab heute früh zur 2. stunde angefangen und als erstes eine 10. klasse gehabt (deutschunterricht). es sind ungefähr 17 schüler und ich muss sagen, dass so einige schlaulinge dabei sind. ich konnte es selbst kaum glauben aber obwohl ich nur deutsch geredet habe, haben sie größtenteils alles verstanden, was ich da vorn so vortrug. am anfang waren sie natürlich noch recht schüchtern aber schon nach ein paar minuten tauten sie auf und redeten was das zeug hielt. auf deutsch, wohlgemerkt. ich konnte es selbst kaum glauben. aber als wir einen text behandelten und ich sie fragte, ob sie schon mal in deutschland gewesen seien, hörten sie gar nicht mehr auf mit dem erzählen. da wurde mir von der klassenfahrt nach berlin berichtet, wo sie sich in 5 tagen sämtliche sehenswürdigkeiten der stadt angesehen haben, von doofen reiseleitern, die ihnen permanent das essen untersagten (wahrscheinlich selbst auf diät?!) und von ellenlangen shoppingtouren im billigland deutschland. da hab ich sie natürlich nicht unterbrochen und mich voll gefreut, dass sie sich getraut haben, einfach so zu reden. was will man als lehrer mehr? natürlich hatte ich heillos zuviel vorbereitet (hab grad mal die hälfte dessen geschafft, was ich mir vorgenommen habe) aber ich hatte so eine angst vor diesen berühmten letzten 10 minuten, dass ich lieber 20 sachen zuviel im petto haben wollte. und schließlich kann ich das material ja nächste woche wiederverwenden und muss auf diese art und weise nicht soviel vorbereiten wie das letzte mal. denn das war echt ganz schön stressig und ich habe ewig gesessen. doch es hat sich gelohnt und das ist schließlich die hauptsache.

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