Wer heute nur noch positive Nachrichten vertragen kann, der soll bitte an dieser Stelle die Seite mit meinem Blog schliessen. Alle anderen seien gewarnt: ich bin in Jammerlaune (und habe sogar ganz objektiv gesehen allen Grund dazu).
Hier läuft aber auch gerade alles schief! Anfangen tut das bei einer der schlimmsten Formen postschwangerschaftlicher Stilldemenz, die man sich überhaupt vorstellen kann. Ich vergesse einfach alles, verliere Dinge, erinnere mich falsch an Daten und und und. Also ich war ja schon immer schusselig aber das, was mir hier seit ein paar Wochen passiert, ist wirklich schon nicht mehr feierlich. Neben dem fast verpennten Elterngespräch im Kindergarten (in letzter Sekunde wurde ich rein zufällig daran erinnert) setzt nun mein verlorenes Portemonnaie der ganzen Misere die Krone auf. Ich finde das Mistvieh einfach nicht wieder, so sehr ich auch danach suche. Darin enthalten war zwar nicht viel, dafür aber ziemlich wichtige Dokumente: 1 Visacard, 1 Mastercard, mein Führerschein und vielleicht 50 Euro in bar. Immerhin. Meine Hoffnungen, die Geldbörse samt Inhalt doch noch wieder zu finden schwinden langsam, deswegen haben wir die Karten inzwischen sperren lassen. An das Gerenne wegen des neuen Führerscheins mag ich noch gar nicht denken… . Ach ihr lacht vielleicht aber ich sag euch, das ist echt anstrengend. Ich erkenne mich im Moment selbst nicht wieder und habe ständig Angst, dass ich wieder irgendwas liegenlasse oder einen wichtigen Termin verschwitze. Und das Schlimme ist, dass man dagegen so gar nichts machen kann. Sind wohl die Hormone und der Schlafmangel in erster Linie. Zum k….
Aber ok, über Schlafmangel kann ich mich derzeit nur begrenzt beschweren. Also im Prinzip laufen die Nächte sehr entspannt ab. Im Gegensatz zu noch vor ein paar Wochen hat Elli jetzt einen richtigen Tag-Nacht-Rhythmus, d.h. sie trinkt aller 3-4 Stunden ihre Milch und schläft dann meist ohne Probleme wieder ein. Dadurch, dass sie aber dann immer nochmal irgendwann nachts aus heiterem Himmel munter wird und anfängt zu drücken wie eine Wilde, bin ich trotzdem relativ häufig wach. Meistens muss ich dann auch wickeln, es soll ja nicht langweilig werden. Im Moment sind diese “guten” Nächte also so wie bei Lilly damals die ganz normalen ;-) Im Gegensatz zu vorher sind sie allerdings super. Was deutlich anstrengender ist, sind gerade die Tage. Elli schreit eigentlich sobald sie wach ist, weswegen ich natürlich versuche, sie soviel wie möglich zum Schlafen zu bringen. Heute ist mir das auch super gelungen. Da hat sie eigentlich fast den ganzen Tag im Kinderwagen gelegen und geschlafen. Leider aber klappt das nicht immer und dann ist hier die Hölle los, wie ihr euch vorstellen könnt. Ich vermute, dass sie neben der Fehlstellung, die der Chiropraktiker gerade behandelt auch gegen irgendwas allergisch ist. Unser Verdacht liegt auf Milch oder Weizenmehlprodukten. Ich muss das mal austesten. Sollte es so sein, wäre das auf jeden Fall ziemlich blöd.
Als wäre dem nicht genug, mussten Lilly und ich jetzt auch noch beide gleichzeitig krank werden- natürlich! Die Chli hing da wie ein Schluck Suppe, hatte glasige Augen (aber Gott sei Dank kein Fieber!) und hustete, was das Zeug hielt. Bei mir legte sich der Bazillus wie immer lieber auf die Nasen-Nebenhöhlen, was dazu führte, dass ich ziemlich penetrante Kopfschmerzen bekam und ungefähr 3 Packungen Kleenex in 2 Tagen aufbrauchte. Diesmal hielt ich es auch nicht länger aus und nahm eine Paracetamol- etwas, was ich hasse, wenn ich stille. Gott sei Dank tat sie allerdings wenigstens ihren Dienst.
Das eigentlich Schlimme daran war aber, dass ich auf einmal nicht nur die Schreigurke zu Hause hatte, sondern dass ich mit brummender Birne nun auch noch auf die siechende Chli Acht geben musste! Ich kann ohne schlechtes Gewissen berichten, dass wir an diesem Tag bestimmt 15 mal “Der kleine Maulwurf” geschaut haben und ich langsam die Lieder von Lillys Lieblings-DVD nicht mehr hören kann. Manchmal muss man die Dinge eben so einfach wie möglich halten, auch wenn ich es prinzipiell nicht so toll finde, sein Kind vor dem Fernseher zu parken. Das war aber in diesem Fall die einzige Möglichkeit, wie ich relativ entspannt mit beiden Kindern zusammen sein und Elli gleichzeitig stillen konnte.
Seit heute ist die Chli nun wieder im Kindergarten, wenn wir auch versuchen, die Tage so kurz wie möglich zu halten, denn so richtig hundertprozentig sind weder sie noch ich gesundheitlich wieder hergestellt. Daher machen wir es morgens ganz entspannt und tippeln gegen 10 Uhr mal gemächlich los und heute Nachmittag habe ich sie auch schon um 14 Uhr wieder geholt. Wir haben übrigens für unseren Kinderwagen gebraucht so ein Kiddy-board gekauft (ihr wisst schon, so ein Brettchen, auf dem das grosse Geschwisterchen während der Fahrt stehen kann) und trotz anfänglicher Skepsis, bin ich nun sehr glücklich darüber. Das ist auf keinen Fall was für längere Strecken, denn man muss entweder etwas breitbeinig oder neben dem Kinderwagen laufen, damit einem das Ding nicht in die Quere kommt aber Lilly steht scheinbar sehr gern darauf und man kann ordentlich “metern”, wie meine Mama sagen würde. Und das ist mit einer bald Zweijährigen, die bei jeder Pfütze und jedem Stein stehen bleibt schon viel wert, wie ihr euch denken könnt ;-)
Ja, ansonsten gehen die Tage unglaublich schnell vorbei und ich schaffe nur selten alles, was ich mir vorgenommen habe. Ich weiss auch nicht warum das so ist aber ich hab teilweise echt Stress hier ;-) Jedenfalls ist mir diese Situation wesentlich lieber als mich zu Hause zu langweilen, soviel kann ich sagen. Ich geniesse die freie Zeit sehr und finde so langsam meinen Rhythmus. Seit Neuestem mache ICH morgens die Chli für den Kindergarten fertig, denn wir haben festgestellt, dass sie früh einfach ihre Zeit braucht, um wach zu werden. Nun stehe ich also zusammen mit Markus gegen 7 Uhr auf, dusche bzw. mache mich fertig, stille und wickele Elli und binde mir letztere in der Manduca auf den Rücken, damit ich vorn alle Bewegungsfreiheit habe. Auf diese Art und Weise kann ich die Chli super für den Kindergarten anziehen etc., während ihr kleines Schwesterchen schon längst wieder selig eng an Mama gekuschelt schlummert. In der kurzen Zeit zu viert habe ich bereits gemerkt, dass Not erfinderisch macht und man alles gut koordinieren muss, um die Abläufe so entspannt wie möglich zu gestalten ;-) Was toll ist, ist dass ich auf diese Weise wieder mehr Zeit mit der Chli verbringe, denn wie ich es schonmal hier schrieb, genau diese täglichen Routinen haben mir nach Ellis Geburt sehr gefehlt. Nun ruft sie auch wieder nach Mama und natürlich auch nach “Beebie” ;-)
Vor Allem tut sie dies zur Zeit im Kindergarten. Da steht sie wohl jetzt öfters am Tor oder am Fenster und verlangt ganz verzweifelt nach uns. Irgendwie hat sie grad ein wenig einen Knacks weg und nicht nur wir vermuten, dass das in erster Linie mit Ellis Geburt zusammenhängt. Es ist für sie ja auch nicht verständlich, warum Mama und Beebie immer wieder nach Hause gehen und sie nicht mit dabei sein darf. Ausserdem waren die letzten Wochen sicher nicht einfach. Erst die grossen Veränderungen in der Familie und im Alltag, dann die Grosseltern, die genauso wie sie von heute auf morgen auftauchen wieder weg sind und nun bekommt sie scheinbar auch wieder Zähne, denn sie sabbert was das Zeug hält und Markus ist nachts teilweise öfter wach als ich, weil Lilly mal wieder das Licht angemacht hat oder einfach wieder zurück in ihre Decke gekuschelt werden möchte.
Ihr seht, alles in Allem ist das hier alles grad nicht der Hit. Ich fühle mich ziemlich ausgelaugt und kompensiere meinen Stress mit massig Schokolade, was mich am Ende nur noch unzufriedener macht. Markus geht es ähnlich, denn er hat auf Arbeit auch gerade enorm viel zu tun und wir kommen einfach zu nichts. Das Küchenregal, das wir noch vor Ellis Geburt (!!!) gekauft haben, hängt seit gerade mal 3 Tagen an der Wand und eingeräumt ist es auch noch nicht. Nur mal soviel dazu. Ich kann irgendwie nur hoffen, dass alles bald wieder besser wird.
Uns wäre schonmal sehr geholfen, wenn Elli endlich nicht mehr so leiden müsste. Sie tut uns einfach so leid. Gerade jetzt liegt sie wieder auf Papas Knien, windet sich vor Schmerzen, pupst in einer Tour und drückt, was das Zeug hält. Ohne Erfolg, leider, das ist ja der Mist. Es ist so schlimm für uns, den kleinen Wurm leiden zu sehen und nichts dagegen tun zu können. Morgen gehen wir wieder zum Chiropraktiker, mal sehen, ob das was bringt. Ich denke, nackentechnisch schon aber für den Bauch wohl eher weniger. Ach das ist alles ein Mist, kann ich euch sagen. Eine grosse Tüte Mitleid, bitte!
21 KommentareNun geht der Oktober zu Ende und mit ihm wohl auch die diesjährige Besuchersaison. Leider, denn gerade Jens und Simone (ja, fühlt euch bitte angesprochen!) haben wir diesen Herbst extrem vermisst.
Dafür waren aber unser beider Eltern hier, um das kleine Wunder anzuschauen, das uns vor ziemlich genau 6 Wochen ereilt hat. Vier Tage sind nun meine Mama und mein Papa hier gewesen- viel zu kurz, das fanden nicht nur Markus und ich, sondern besonders auch die Chli.
Dass sie nicht nur EINE Oma und EINEN Opa hat, fand letztere scheinbar überhaupt nicht merkwürdig. Das war eben so. Oder wie meine Mama meinte: für Lilly ist vielleicht alles was alt ist, “Oma” oder “Opa”. Ich bitte zu betonen, dass ICH das nicht gesagt habe… ;-)
Jedenfalls genoss die Chli auch dieses Mal den Besuch der Grosseltern in vollen Zügen und auch Oma und Opa waren ganz angetan von ihren beiden Enkeln. Zusammen waren wir z.B. auf dem Spielplatz, wo Lilly mit Oma wippte oder bauch- und rücklings die “Riesenrutsche” bezwang:
Ansonsten waren wir natürlich im oft erwähnten Café am Meer, wo Lilly ein ganzes Spielzimmer mit tollen Sachen quasi für sich allein hatte.

Schau sich einer die tollen Spielsachen an! Das reinste Paradies für die Chli. Man beachte die tollen Stricksachen, die Lilly hier an hat, das sind die, die die Nachbarin für sie gemacht hat. Das Bild ist quasi nur für dich, liebe Lydia ;-)
Naja, die Zeit ging einfach viel zu schnell rum und ehe wir uns versahen, mussten meine Eltern schon wieder zum Flughafen :( Schade, denn wieder einmal mussten wir feststellen, dass es grosser Luxus ist, die Grosseltern direkt um die Ecke zu haben…
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