37 Kommentare zum letzten Blogeintrag- Wahnsinn! Danke für’s Mitfiebern beim Geburtscountdown und eure lieben Wünsche! Ob ihr’s glaubt oder nicht, Markus hat mir gestern immer eure Kommentare vorgelesen, wenn ich mal wieder gerade eine Wehenpause hatte. Also am Anfang noch, ich gebe es zu, irgendwann war mir dann alles egal und ich hab’ an nichts anderes mehr gedacht, als dass die Kleine bitte bald das Haus verlassen soll :-)
So locker flockig wie es angefangen hatte, hat es leider nicht geendet. Am Ende lag ich wirklich von 2 Uhr nachts bis 2 Uhr nachts in den Wehen. Klar, das habt ihr ja auch gemerkt, am Anfang war das alles ganz easy aber irgendwie stresst es einen schon, über so einen langen Zeitraum Schmerzen zu haben- wenn auch nur “leichte”. Ich werde jetzt hier keinen detaillierten Geburtsbericht schreiben, dafür fehlt mir von nun ab leider erstmal die Zeit, aber soviel sei gesagt: ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, in meinem Leben noch ein Kind zur Welt zu bringen. Also das sage ich jetzt, keine 24 Stunden nach den Presswehen, aber das da heute Nacht war einfach mal das Krasseste, was ich an Schmerzen bis jetzt erleben musste. Ein wenig stolz bin ich schon, dass ich es bis zum Schluss ohne Epidural ausgehalten habe, doch war ich soooooo fertig, dass ich einfach keine Kraft mehr zum Pressen hatte. Die Kleine lag irgendwo dahinter (fragt mich nicht wo, ich stand komplett neben mir) und wollte partout nicht raus. Nach einer Stunde pressen in allen Positionen entschloss sich dann die freundliche Hebamme dazu, dass hier die Saugglocke ran musste. Darauf hatte ich ja sowas von keine Lust- das arme Kind!- aber auch jedes umso energischere Pressen und alle Motivationen von Markus und den 10 Hebis, die sich um mich kümmerten, führten nicht zum gewünschten Resultat.
Nach insgesamt 1 Stunde und 15 Minuten war es dann so weit: der Kopf kam raus und eine Wehe später auch der Rest des kleinen Lilly-Körpers. Wahnsinn, die komplette Maus war endlich geboren! Toll war, dass sie mir sofort auf den Bauch gelegt wurde und diesen Platz auch die nächsten Stunden nicht verlassen hatte. Wiegen, messen, untersuchen, waschen- alles durfte warten. Fand ich super und ich merkte, dass der gestressten Maus das auch total gut tat.
Naja, irgendwann gegen 5 durften wir dann in unser Familienzimmer (die Geburt endete um 1.52 Uhr!) und es wurde, wie ihr euch vorstellen könnt, eine sehr kurze “Nacht” für uns. Irgendwie liegt es vielleicht am Adrenalin oder den ganzen Glückshormonen, die wir beide gerade ausschütten, dass uns das noch nicht wirklich zu schaffen macht… ich denke aber, dass die totale Erschöpfung noch kommen wird. Der Tag heute bestand natürlich nur aus stillen (die hat Saugreflexe, dass es mir bald die Brustwarzen wegfetzt!), Windeln wechseln, Kind rumtragen und natürlich kuscheln, kuscheln, kuscheln :-) Wir könnten uns die Kleine von morgens bis abends anschauen und irgendwie mag es keiner von uns beiden noch so recht glauben, dass wir jetzt Eltern (und dann noch von so einem entzückenden Wesen!) sind…
Ich muss an dieser Stelle auch nochmal meinen Markus in die höchsten Höhen aller Höhen loben- ohne ihn wäre das Kind wahrscheinlich nie rausgekommen :-( Er wusste immer genau, was ich gerade brauchte, sprach mir Mut zu, liess sich fast die Finger von mir brechen und versorgte mich mit Essen und Trinken sobald es irgend möglich war. Und auch jetzt ist er schon der geborene Papa. Wickelt die Kleine, schaukelt sie in den Schlaf (die beruhigt sich fast besser bei ihm als bei mir!) und schafft es noch nebenbei, sich um mich zu kümmern (denn ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich ein körperliches Wrack bin seit gestern). Es lebe das Jahr 2010, in dem Männer auch als Väter behandelt werden und Kinderkriegen nicht mehr nur reine Frauensache ist!
In diesem Sinne verabschiede ich mich erstmal von euch- keine Ahnung wie lange- und werd’ mich dann schon bald wieder dem Kind widmen, das da im Moment noch so friedlich auf Papas Schoss schlummert.
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