Die Kleine schläft und sieht aus wie ein Engel. Da kann man sich manchmal kaum vorstellen, dass die auch so laut schreien kann, dass man es sicher bis nach China hört… :-)

Hach, wir sind einfach nur glücklich und nur ETWAS erschöpft. Ja, es mag vielleicht ironisch klingen, ist es aber irgendwie nicht. Obwohl Markus und ich die wenigen Stunden, die wir seit Sonntag Morgen geschlafen haben zählen können, bleibt die grosse Erschöpfung komischerweise aus. Es scheint, als würden Eltern wirklich keinen Schlaf brauchen, aber es ist natürlich sehr gut möglich, dass das wirklich nur so ist, weil die Kleine ja gerade mal am Montag Abend geboren wurde und wir mit jedem Tag euphorischer über die Ankunft dieses niedlichen Wesens werden.

Unser Tag besteht eigentlich nur noch aus den einzelnen Bedürfnissen der Maus: windeln, stillen, kuscheln. Ein Zeitgefühl haben wir schon lange nicht mehr, ob es Tag oder Nacht ist, spielt weder in Lillys noch in unserem Leben derzeit eine Rolle. Das Einzige, was wichtig ist, ist dass es ihr gut geht, dass sie nicht schreit und genüsslich schmatzend ihre Milch entgegennimmt. Ein tolles Gefühl ist das, wenn sie dann hinterher mit dem zufriedensten aller Gesichtsausdrücke einschläft und erst einige Stunden später wieder aus dem Tiefschlaf erwacht.

Noch sind wir ja im Krankenhaus, aber morgen Mittag geht es schon heim für uns. Ich muss sagen, dass ich begeistert davon bin, wie super wir hier betreut werden. So schlecht ich die ganze Schwangerschaftsvorsorge in Norwegen immer fand, so super ist die Betreuung seit Lilly auf der Welt ist.

Wir wohnen hier zu dritt im Familienzimmer mit eigenem Bad, Fernsehen, Wireless Lan (wichtig!) ;-), haben 24h/24h Betreuung durch Hebammen und Krankenschwestern, die wir um Hilfe und Rat bitten können und Vollpension mit sauleckerem Essen (gesund und null nach Grossküche schmeckend). Da können wir wählen, ob wir runter in die Cafeteria essen gehen oder ob wir lieber zusammen oben essen wollen. Ihr könnt euch vorstellen, dass mir am ersten Tag alle Knochen wehtaten und jeder Schritt grosse Schmerzen mit sich führte- da war ich heilfroh, dass wir auch hier oben essen konnten.

Was ich auch gut finde ist, dass man nicht nur um Rat und Unterstützung bitten muss, um dies zu bekommen, sondern dass die Hebammen auch immer mal reinschauen und fragen, ob wir was bräuchten oder ob sie bei etwas behilflich sein könnten. Gerade das Stillen finde ich echt nicht leicht und hab’ auch immernoch nicht die richtige Technik raus, sodass meine Brustwarzen schon ganz schön wund sind. Da habe ich jetzt jeden Tag mehrfach um Hilfe gebeten, sofort (und das heisst spätestens 2 Minuten später!!!) stand die Hebi hier auf der Matte und hat mich in alle Künste des Fütterns eingeführt.

Ich bin eben vielleicht ein bissel begriffsstutzig, dass ich das immernoch nicht hingekriegt habe (und ich sage euch, es ist unglaublich frustrierend, wenn man jedes Mal wieder merkt, dass die Kleine jetzt doch statt der ganzen Brust nur ein bissel Warze in den Mund gekriegt hat), aber ich hoffe, dass ich das bis zur Heimreise vielleicht doch noch irgendwie hinkriege.

Heute Abend bekommen wir dann zum ersten Mal Besuch: Lisa und Christian, die ja vorher in Egersund gewohnt haben, sind vor einigen Monaten nach Stavanger gezogen. Das Krankenhaus liegt also keine 10 Minuten entfernt von ihrem Haus und so werden sie die Ersten sein, die Klein-Lilly zu Gesicht bekommen. Spannend. Wir sind echt so stolz auf unser Kind, dass wir uns richtig drauf freuen, sie allen Leuten, die wir kennen (oder auch nicht) zu präsentieren :-)

Bis dahin geht’s aber nochmal essen (ich hab’ einen Kohldampf den ganzen Tag, das ist nichtmal mit den Fressattacken in der Schwangerschaft vergleichbar!), dann zum Wiegen (also der Maus, nicht ich) und heute Nachmittag steht dann auch n0ch ein Hörtest für die Kleine an. Bin mir aber ziemlich sicher, dass der gut verlaufen wird, denn ich merke, dass sie sich oft etwas beruhigt, wenn man leise und entspannt mit ihr spricht.

Morgen dann um 12 schon die Abreise, wie gesagt und wir freuen uns auch schon sehr auf zu Hause. Jedoch ist es hier so schön zu wissen, dass man immer um Hilfe fragen kann und auch, dass man nicht selbst kochen muss. Ich frage mich wie wir das allein bewältigen sollen und vor Allem, wie ich das mache, wenn Markus ab nächster Woche wieder arbeiten ist. Aber naja, bis dahin bin ich vielleicht schon ein alter Hase, was Windeln wechseln und stillen angeht ;-)

(24 Kommentare)

37 Kommentare zum letzten Blogeintrag- Wahnsinn! Danke für’s Mitfiebern beim Geburtscountdown und eure lieben Wünsche! Ob ihr’s glaubt oder nicht, Markus hat mir gestern immer eure Kommentare vorgelesen, wenn ich mal wieder gerade eine Wehenpause hatte. Also am Anfang noch, ich gebe es zu, irgendwann war mir dann alles egal und ich hab’ an nichts anderes mehr gedacht, als dass die Kleine bitte bald das Haus verlassen soll :-)

Fertig aber glücklich. Das war vielleicht 2 Minuten nach der Geburt.

Fertig aber glücklich. Das war vielleicht 2 Minuten nach der Geburt.

So locker flockig wie es angefangen hatte, hat es leider nicht geendet. Am Ende lag ich wirklich von 2 Uhr nachts bis 2 Uhr nachts in den Wehen. Klar, das habt ihr ja auch gemerkt, am Anfang war das alles ganz easy aber irgendwie stresst es einen schon, über so einen langen Zeitraum Schmerzen zu haben- wenn auch nur “leichte”. Ich werde jetzt hier keinen detaillierten Geburtsbericht schreiben, dafür fehlt mir von nun ab leider erstmal die Zeit, aber soviel sei gesagt: ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, in meinem Leben noch ein Kind zur Welt zu bringen. Also das sage ich jetzt, keine 24 Stunden nach den Presswehen, aber das da heute Nacht war einfach mal das Krasseste, was ich an Schmerzen bis jetzt erleben musste. Ein wenig stolz bin ich schon, dass ich es bis zum Schluss ohne Epidural ausgehalten habe, doch war ich soooooo fertig, dass ich einfach keine Kraft mehr zum Pressen hatte. Die Kleine lag irgendwo dahinter (fragt mich nicht wo, ich stand komplett neben mir) und wollte partout nicht raus. Nach einer Stunde pressen in allen Positionen entschloss sich dann die freundliche Hebamme dazu, dass hier die Saugglocke ran musste. Darauf hatte ich ja sowas von keine Lust- das arme Kind!- aber auch jedes umso energischere Pressen und alle Motivationen von Markus und den 10 Hebis, die sich um mich kümmerten, führten nicht zum gewünschten Resultat.

Ist sie nicht bezaubernd?

Ist sie nicht bezaubernd?

Nach insgesamt 1 Stunde und 15 Minuten war es dann so weit: der Kopf kam raus und eine Wehe später auch der Rest des kleinen Lilly-Körpers. Wahnsinn, die komplette Maus war endlich geboren! Toll war, dass sie mir sofort auf den Bauch gelegt wurde und diesen Platz auch die nächsten Stunden nicht verlassen hatte. Wiegen, messen, untersuchen, waschen- alles durfte warten. Fand ich super und ich merkte, dass der gestressten Maus das auch total gut tat.

Naja, irgendwann gegen 5 durften wir dann in unser Familienzimmer (die Geburt endete um 1.52 Uhr!) und es wurde, wie ihr euch vorstellen könnt, eine sehr kurze “Nacht” für uns. Irgendwie liegt es vielleicht am Adrenalin oder den ganzen Glückshormonen, die wir beide gerade ausschütten, dass uns das noch nicht wirklich zu schaffen macht… ich denke aber, dass die totale Erschöpfung noch kommen wird. Der Tag heute bestand natürlich nur aus stillen (die hat Saugreflexe, dass es mir bald die Brustwarzen wegfetzt!), Windeln wechseln, Kind rumtragen und natürlich kuscheln, kuscheln, kuscheln :-) Wir könnten uns die Kleine von morgens bis abends anschauen und irgendwie mag es keiner von uns beiden noch so recht glauben, dass wir jetzt Eltern (und dann noch von so einem entzückenden Wesen!) sind…

Ja, was soll man da sagen?! Klar- süss, was anderes wollen Eltern sowieso nicht hören ;-)

Ja, was soll man da sagen?! Klar- süss, was anderes wollen Eltern sowieso nicht hören ;-)

Ich muss an dieser Stelle auch nochmal meinen Markus in die höchsten Höhen aller Höhen loben- ohne ihn wäre das Kind wahrscheinlich nie rausgekommen :-( Er wusste immer genau, was ich gerade brauchte, sprach mir Mut zu, liess sich fast die Finger von mir brechen und versorgte mich mit Essen und Trinken sobald es irgend möglich war. Und auch jetzt ist er schon der geborene Papa. Wickelt die Kleine, schaukelt sie in den Schlaf (die beruhigt sich fast besser bei ihm als bei mir!) und schafft es noch nebenbei, sich um mich zu kümmern (denn ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich ein körperliches Wrack bin seit gestern). Es lebe das Jahr 2010, in dem Männer auch als Väter behandelt werden und Kinderkriegen nicht mehr nur reine Frauensache ist!

Unsere Lilly.

Unsere Lilly.

In diesem Sinne verabschiede ich mich erstmal von euch- keine Ahnung wie lange- und werd’ mich dann schon bald wieder dem Kind widmen, das da im Moment noch so friedlich auf Papas Schoss schlummert.

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