war es auch, denn letztendlich haben wir uns total verschwatzt, lecker salat gegessen und auch über viele dinge gesprochen, die mit schule und klausuren überhaupt nichts zu tun hatten. ein wirklich netter nachmittag eben. mit 5 zusammen durchgesehenen klausuren ging ich heim, keinesfalls aber betrübt darüber. mein selbstbewusstein hat sich extrem verbessert, als ich sah, dass unser bewertungsmassstab fast genau der selbe war. und da wurde mir auch wieder bewusst, dass ich tatsächlich viel zu unsicher bin und einfach lockerer werden muss. scheinbar hatten ja alle meine beanstandungen, die ich an den klausuren hatte hand und fuss und waren nicht wie ich es befürchtet hatte, aus völliger inkompetenz und unsicherheit heraus erwachsen. es war kein problem für mich, noch am selben abend die 15 anderen klausuren zu korrigieren und es machte direkt spass zu erkennen, dass man scheinbar doch auch was richtig machen kann ;-) klingt schrecklich, oder? mir ist so einiges klar geworden, als ich da mit kirsten an ihrem couchtisch sass und sprach… z.b. dass alle die gleichen fehler zu anfang gemacht haben, dass alle neubeginnenden lehrer mit einem oft mulmigen gefühl in die schule gegangen sind in den ersten lehrjahren und dass es völlig normal ist, sich inkompetent zu fühlen. was ich aber besonders wichtig fand war, dass sie mich darin bestärkt hat so zu sein wie ich bin, egal ob das jetzt an das norwegische schulsystem angepasst ist oder nicht.

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ich fand toll, dass kirsten die schule in norwegen voll kritisch sieht und oft sprach sie mir einfach nur aus der seele. da habe ich praktisch erkannt, dass meine unsicherheit besonders auch daher kommt, dass ich ständig den eindruck habe, dass man die schüler hier mit samthandschuhen anfassen muss und dass eben gewisse sachen in norwegen einfach ganz anders (lockerer) gehandhabt werden. und dann ist es natürlich schwer herauszufinden, wo der schmale grad liegt zwischen toleranz und erziehung. ich hoffe, dass ich das grad einigermassen verständlich ausdrücke aber genauso kam eben der gedankenschwall auch in meinen kopf. kirsten ist denke ich eine relativ strenge lehrerin und – glaubt es mir, ob ihr wollt oder nicht – ich denke, dass ich das eigentlich auch wäre, wenn ich mir meiner selbst ein wenig sicherer wäre. doch kam ich hier zu anfang des jahres in die klasse, war ziemlich streng und die schüler empfanden das als total negativ und konnten überhaupt nicht damit umgehen. natürlich fiel dann mein selbstbewusstsein als lehrer erstmal ganz schön zusammen.

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