So empfinde ich zumindest die letzten 2 Wochen.

Wochenendausflug zu unseren deutschen Anglerfreunden an den Hardangerfjord.

Wochenendausflug zu unseren deutschen Anglerfreunden an den Hardangerfjord.

War ich noch vor wenigen Tagen total entspannt und fühlte mich ausgesprochen fit, geht es mir seit gestern genau andersrum: ich könnte nur schlafen, schleppe mich durch den Tag und empfinde alles aber auch wirklich alles als extrem anstrengend. Würde ich nicht wissen, dass ich bis zur Geburt noch gut 11 Wochen Zeit habe, würde ich denken, dass ich in den allerletzten Zügen meiner Schwangerschaft liege.

Die Chli genoss es, durch den Bootssteg das Fjordwasser anzuschauen.

Die Chli genoss es, durch den Bootssteg das Fjordwasser anzuschauen.

Lillys kleinen Zickereien und Tobsuchtsanfällen (sofern man es so nennen kann) fühle ich mich zum Beispiel im Moment mental überhaupt nicht gewachsen, dazu noch das ständige Bücken und Aufheben von Sachen, die die Maus runtergeschmissen hat und eben wie schon öfter angesprochen das ständige Heben der Chli – das alles sind Dinge, die gerade irgendwie grosse Probleme darstellen, obwohl das wie gesagt noch am Wochenende ganz anders war. Ob ich mich vielleicht übernommen habe in den letzten Tagen?

Steine in die Ritzen zu werfen und ins Wasser plumpsen zu hören, war allerdings der Oberrenner für die Maus :-)

Steine in die Ritzen zu werfen und ins Wasser plumpsen zu hören, war allerdings der Oberrenner für die Maus :-)

Hach, ich kann nur hoffen, dass das wieder besser wird, wenn wir erstmal im Urlaub sind, denn wenn ich mir vorstelle, dass das jetzt noch bis September so weiter gehen soll, dann muss ich mir nochmal ernsthaft überlegen, ob ich tatsächlich mit der Chli allein in Leipzig bleibe, während Markus zusammen mit seinen Eltern zurück nach Norwegen fährt.

Manchmal spielte dann auch der nette Onkel Alex Fussball mit der Lilly...

Manchmal spielte dann auch der nette Onkel Alex Fussball mit der Lilly...

Im Moment ist es mir wirklich ein Graus mit ihr allein zu sein (so schlimm das klingt) aber dieses ständige hinter ihr her jagen, das immer Acht haben müssen und stets 100% Energie geben zu müssen schlaucht mich total, denn ich hab’ eben gerade nicht 100% Energie, sondern wenn’s gut kommt 30.

Oder wir sassen einfach alle auf der Terrasse des Ferienhauses unserer Freunde und genossen die schöne Aussicht auf den Fjord.

Oder wir sassen einfach alle auf der Terrasse des Ferienhauses unserer Freunde und genossen die schöne Aussicht auf den Fjord.

Dazu kommen natürlich die Reisevorbereitungen, denn am Samstag geht’s los. Ihr wisst, wir fahren 10 Tage an die Ostsee und dann werde ich für weitere 10-12 Tage mit Lilly in Leipzig weilen. Laut Plan. Seit Wochen überlegen wir, was wir mitnehmen müssen, kaufen ein, was wir noch brauchen und sind in Gedanken schon ganz in den Ferien.

Abends fuhren die Jungs zum Nachtangeln mit dem Boot raus...

Abends fuhren die Jungs zum Nachtangeln mit dem Boot raus...

Seit 2 Tagen hab ich sie nun endlich, meine heiss- und lang ersehnten Sommerferien, doch anstatt mich darüber zu freuen und zu entspannen, merke ich, wie der Stress eigentlich gerade erst richtig los geht.

...und morgens sassen trotzdem alle müde aber gut gelaunt am Frühstückstisch :-)

...und morgens sassen trotzdem alle müde aber gut gelaunt am Frühstückstisch :-)

Denn zu allem Überfluss muss ja auch noch die Renovierung der Küche vorbereitet werden. D.h. ich habe schon angefangen die Schränke auszuräumen, damit Markus das dann nicht auch noch hat, wenn er hier anfängt alles einzureissen und neu zu machen.

Die Chli läuft nicht nur, sie RENNT!

Die Chli läuft nicht nur, sie RENNT!

Gestern war ausserdem der Elektriker da und hat sich von uns erklären lassen wo und wieviele Steckdosen usw. wir gern haben möchten. Und da es am Besten wäre, wenn die Elektrik schon vorher stünde, haben wir uns nun auch noch auferlegt, dass der gute Mann das Ganze erledigt während wir im Urlaub sind. Klingt ja auch ganz gut, nur muss der ja irgendwie an die Wände rankommen und bis jetzt steht da noch eine Küche, wenn auch eine ziemlich hässliche. Deshalb also musste ich wie gesagt jetzt schon die Schränke ausräumen (zumindest die unteren) und Markus wird diese morgen dann noch demontieren.

Tja und dann war da noch unser bereits angesprochenes Treffen mit den netten Deutschen, die wir am Strand kennengelernt haben. Deren Tochter ist ungefähr ein Jahr älter als die Chli aber die beiden verstanden sich trotzdem prächtig!

Tja und dann war da noch unser bereits angesprochenes Treffen mit den netten Deutschen, die wir am Strand kennengelernt haben. Deren Tochter ist ungefähr ein Jahr älter als die Chli aber die beiden verstanden sich trotzdem prächtig!

Wie lange das dauern wird, möchte ich lieber nicht wissen und ich frage mich sowieso, wie mein Schatz das alles schafft, schliesslich hat er ja auch auf Arbeit viel zu tun, so kurz vor den Sommerferien. Nachdem er vorhin noch “schnell” alle Schranktüren abgeschraubt hat, ist er nämlich schnurstracks ins Büro gefahren, um dort noch alles “urlaubsfertig” zu machen. Auf diese Weise muss er morgen nicht hin und kann hier mit packen und Küche abreissen. Manchmal frag’ ich mich, ob mein Hase auf “Duracell-Betrieb” läuft… :-)

Lilly und die kleine Malin.

Lilly und die kleine Malin.

Tja und dann wäre da noch die Sache mit dem Elternurlaub, die mich in den vergangenen Wochen so einige Nerven gekostet hat. Wahrscheinlich haben wir hier in Norwegen verglichen mit Deutschland noch verhältnismässig wenige Formulare auszufüllen, was dieses Thema angeht aber da Markus und ich diesmal eine relativ komplizierte Lösung angepeilt haben, war das mit dem Elternurlaub bisher ein ganz schönes Gerenne.

Es ist selten, dass sich Lilly mit anderen Kindern so schnell so gut versteht.

Es ist selten, dass sich Lilly mit anderen Kindern so schnell so gut versteht.

Geplant ist auf jeden Fall, dass ich das komplette nächste Schuljahr zu Hause bin, zumindest zum grossen Teil. Doch wer mich kennt und meinen Blog schon länger liest weiss, dass mir dieses “allein zu Haus mit Kind sein” damals mit Lilly überhaupt nicht gefallen hat und mir ganz schön die Decke auf den Kopf gefallen ist. Immer nur über Windeln und Babykacke reden… das kann man auf dem Blog aber doch bitte nicht nur und immer und mit jedem ;-)

In Malins Spielküche und kleinem Café kochte es sich ganz vortrefflich...

In Malins Spielküche und kleinem Café kochte es sich ganz vortrefflich...

Mir hat das damals total gefehlt, keinen anderen Lebensmittelpunkt zu haben als nur das Mutterdasein, so sehr ich dieses auch geniesse. Ich muss unter Menschen, nur dann kann ich mein Glück mit Kind auch so richtig geniessen. Ich weiss, dass es unglaublich viele Frauen gibt, die über diese Einstellung den Kopf schütteln und die am Liebsten mehrere Jahre zu Hause bleiben würden (ich möchte fast beschwören, dass es sogar die grosse Mehrheit ist) aber mir liegt das wie gesagt überhaupt nicht und deshalb haben Markus und ich darüber nachgesonnen, wie wir das diesmal besser für uns alle vier lösen könnten.

Würde ich die ganze Zeit über mein volles Gehalt beziehen wollen, müsste ich ab Anfang Mai wieder arbeiten gehen. Danach könnte Markus weitere drei Monate bei vollem Gehalt Vaterschaftsurlaub nehmen. In einem “normalen” Job kein Problem und überhaupt, was für ein Wahnsinn, wieviel Zeit einem hier als Eltern eingeräumt wird, wenn man ein Kind bekommt, doch wenn man Lehrer ist, ist es ziemlich doof, wenn man anderthalb Monate vor Anfang der Sommerferien wieder anfängt zu arbeiten.

Mit Malin macht Lilly sogar "Ei" :-)

Mit Malin macht Lilly sogar "Ei" :-)

Man kommt am Ende des Schuljahres, kennt die Schüler nicht, geschweige denn deren Niveau und was sie bis dato schon gelernt haben. Kurz, es ist ziemlich dämlich, so kurz vor dem Schuljahresende. Ausserdem hätte diese Möglichkeit bedeutet, dass ich wie gesagt die ganze Zeit allein mit Kind zu Hause wäre.

Tuuuuttttt, tuuuttttttt!

Tuuuuttttt, tuuuttttttt!

Daher sind wir nun darauf gekommen, dass ich ja vielleicht ganz wenig weiter arbeiten kann und auf diese Weise zwei Fliegen mit einer Klappe schlage:

1. Ich komme unter Menschen.
2. Ich verlängere meine Elternzeit bis zum Anfang des nächsten Schuljahres.

Aber auch mit Ida, er Nachbarstochter, versteht sich Lilly super, wie ihr wisst.

Aber auch mit Ida, er Nachbarstochter, versteht sich Lilly super, wie ihr wisst.

Da ich das grosse Glück habe, zwei unglaublich nette und kompetente Chefinnen zu haben, die beide selbst mehrere Kinder haben, kamen mir von Seiten meiner Arbeit nur Wohlwollen und konstruktive Gedanken entgegen.

Was haben die sich den Kopf zerbrochen, wie wir das gut lösen könnten!!! Und immer wieder versicherten sie mir, dass wir da schon irgendwas finden würden und dass das Wohl meiner Familie an oberster Stelle stehen würde. Ich war richtig gerührt von soviel Verständnis und finde es toll, dass einem als Mutter (und Arbeitnehmer) so extrem viel Menschlichkeit entgegen gebracht wird.

Und auch auf der Schaukel gefällt es Lilly am Besten, wenn Ida anstösst.

Und auch auf der Schaukel gefällt es Lilly am Besten, wenn Ida anstösst.

Jedenfalls kamen Markus und ich dann aber doch noch auf eine ganz andere Lösung, nämlich die, dass ich ja gar nicht unbedingt wieder bei meinem jetzigen Arbeitgeber arbeiten muss. Aus diesem Grund fragte ich in meiner alten Schule an, in der ich ja immerhin drei Jahre lang mit viel Enthusiasmus unterrichtet hatte und wie es der Zufall so will, eine kleine Stelle in deutsch und französisch ist gerade frei und mein ehemaliger Chef freute sich sehr von mir zu hören :-)

Also in trockenen Tüchern ist das bei Weitem alles noch nicht, denn die Stelle musste doch ausgeschrieben werden und ich musste mich genau wie alle anderen darauf bewerben aber die Chancen, dass ich was bekomme, sind doch recht gut, würde ich behaupten :-) Und selbst wenn ich wider Erwarten nichts am Gymnasium bekommen sollte, so könnte ich sicher noch etwas anderes finden, was ungefähr 20% entsprechen würde.

An meiner alten Schule würde das heissen, dass ich quasi 4 Unterrichtsstunden die Woche hätte (à 45 Minuten). D.h., dass ich vielleicht zweimal pro Woche rauskäme, meine ehemaligen Kollegen wiedersähe, meine Stunden hielte und mich mit etwas komplett Anderem beschäftigen würde als mit Baby und Babysachen. Für mich hört sich das an wie die ideale Lösung, da der Job ja auch in Bryne wäre (und nicht wie mein jetziger in Sandnes, was ungefähr 20-25 Minuten weg ist) und ich auf diese Weise auch problemlos die Stillzeiten einhalten könnte. Das war mir nämlich wichtig und eine der Hauptvoraussetzungen, überhaupt einen Job anzunehmen.

Die Chli liest im Moment öfter als ich... :(

Die Chli liest im Moment öfter als ich... :(

Während ich also zweimal pro Woche Jugendliche beschule, passt Markus auf Mini auf (und kann dies auch unter seinem Vaterschaftsurlaub abrechnen) und mir den Kleinen/die Kleine ggf. sogar in die Schule bringen, wenn der Wachstumsschub es verlangen sollte… :-) Meinen Job in Sandnes würde ich trotzdem weiter behalten, schliesslich habe ich ja Gott sei Dank endlich eine feste Stelle und ich muss sagen, dass mir das psychisch gesehen ein ungeheures Entspannungsgefühl verschafft zu wissen, wo ich übernächstes Schuljahr wieder arbeiten werde und vor Allem DASS ich übernächstes Schuljahr wieder etwas arbeiten werde. Das war ja auch der Hauptgrund, warum ich damals an meiner alten Schule aufgehört hatte: diese befristeten Verträge sind einfach nichts für die Ewigkeit und schon gar nichts für Leute, die gerade eine Familie gründen.

Seit die Chli laufen kann, müssen wir ständig auf sie warten. Alles hebt sie auf und beäugt es interessiert. Und manchmal dauert das so lange, dass sie sich zum genauen Inspizieren sogar hinsetzt.

Seit die Chli laufen kann, müssen wir ständig auf sie warten. Alles hebt sie auf und beäugt es interessiert. Und manchmal dauert das so lange, dass sie sich zum genauen Inspizieren sogar hinsetzt.

Naja, jedenfalls bin ich zwar extrem geschlaucht von der ganzen Rennerei und dem Heckmeck um diesen Elternurlaub aber sollte alles so laufen, wie wir es uns vorstellen, kann ich wirklich beruhigt auf das nächste Jahr blicken. Übrigens beginnt der Spass dann sowieso erst 6 Wochen nach Minis voraussichtlicher Geburt, d.h. ab Anfang November, denn bis dahin bin ich im Mutterschutz und kann (und möchte) gar nicht arbeiten.

Nun hab’ ich hier einen ganz schön langen Artikel geschrieben, obwohl ich das eigentlich überhaupt nicht vorhatte. Ich bin doch müde und muss ins Bett! Aber mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit, werde ich morgen nicht dazu kommen, zu bloggen und einen kurzen Gruss wollte ich schon noch hier lassen, bevor wir in den Urlaub fahren.

Lasst ihr es euch richtig gut gehen und ich freue mich schon auf das Wiedersehen jetzt im Sommer, zumindest mit den meisten von euch…

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