Also heute, fühle ich, ist es an der Zeit einen Tost auf unser Kind auszubringen!
Nein, Geburtstag hatte die Chli nicht schon wieder und auch keinen Namenstag oder was die Leute sonst noch so feiern. Lilly hat viel mehr so mir nichts dir nichts damit angefangen, sowohl am Tag als auch in der Nacht allein in ihrem Bettchen zu schlafen!
Also das mit nachts macht sie jetzt schon seit fast zwei Monaten. Da legen wir sie abends um 6(!!!) hin und holen sie am nächsten Morgen um 6(!!!) wieder raus. Das alles ohne Kämpfe, ohne Meckern und zwischenzeitliches Gequake. Das Kind schläft einfach so 12 Stunden durch und schreit nicht mal mehr, wenn ihr der Nuppi rausfällt. Unglaublich entspannend, diese Situation und ein bisschen stolz sind wir schon auf die kleine Maus.
Gut, es war am Anfang auch nicht einfach und hat uns 2-3 nervenaufreibende Abende gekostet, wo wir sie einfach haben schreien lassen (oh, nun ziehe ich mir sicher den Zorn einiger Eltern zu) aber ich bin der Meinung, dass schon ziemlich klar erkennbar ist, ob das Kind wirklich etwas hat (z.B. Hunger oder Schmerzen) oder ob es einfach nur nicht allein schlafen möchte. Und mittlerweile ist die Chli ja auch schon über ein Jahr alt, da kann man ihr durchaus zumuten, dass sie abends allein in ihrem Bettchen einschläft und dort auch die ganze Nacht bleibt.
Das mit dem abends im eigenen Bettchen einschlafen klappt eigentlich auch schon sehr lange; bestimmt schon, seit sie ein halbes Jahr alt war und wir sie runter in ihr Zimmer gelegt haben. Aber leider blieb sie dort eben nie die ganze Nacht. Irgendwann nachts fing sie immer an zu krähen und hörte auch nicht eher damit auf, bis wir sie mit zu uns holten. Dort schlief sie dann wesentlich schlechter (wir natürlich auch), einfach weil es sich zu dritt viel ungemütlicher in einem Zweimann-Bett schläft als eben nur zu zweit. Und so räumte entweder Markus Nacht für Nacht das Feld und schlief auf dem Gästebett im Gästezimmer oder eben ich. Ziemlich nervig auf die Dauer und für keinen von uns dreien ein befriedigender Zustand.
Daher versuchten wir sie immer mal wieder daran zu gewöhnen, im eigenen Bett zu bleiben und hatten eigentlich auch Erfolg mit unserer schon damals bewährten Methode (welche übrigens nicht nur aus einfach brüllen lassen besteht, sondern tatsächlich ein pädagogisches Konzept darstellt, das uns von einer Freundin und dreifachen Mama empfohlen wurde).
Nun ja, nur leider ist es eben wie mit allen Dingen in der Erziehung: es nützt die beste Methode nichts, wenn man sie nicht konsequent anwendet. Kaum war also die Maus das erste Mal krank und hatte 40 Grad Fieber, tat uns das arme Kind so leid, dass wir sie kurzerhand wieder mit zu uns rüber genommen haben. Natürlich nur für die Länge der Krankheit, ne?! ;-) Naja, nach 2-3 Nächten war die Chli wieder voll von ihrem Bett entwöhnt und kostete, inzwischen vollständig genesen, die erneute Nähe ihrer Eltern voll aus. Na und da unsere Methode zwar sehr effektiv aber eben leider auch extrem anstrengend ist (und die nächste Krankheit nicht lange auf sich warten lassen würde), haben wir dann eben doch meist erstmal den einfachen Weg genommen und sie mit bei uns schlafen lassen. Bekloppte Eltern… aber man lernt ja schliesslich aus seinen Fehlern :-)
Na und seit gestern schläft das kleine Mäuschen auch tagsüber allein in ihrem Bettchen. Zuvor mussten wir uns immer mit ihr hinlegen, was uns in der Regel eigentlich sehr gut passte und gefiel aber in einigen seltenen Fällen ist es einfach nervig, wenn man schlafen MUSS und die Zeit nicht anders nutzen kann. Ehrlich gesagt hatten wir uns schon darauf eingestellt, dass Lilly auch dieses Mal einen Aufstand machen würde, sobald wir sie auch nur in die Nähe ihres Bettchens bringen aber weit gefehlt, die kleine Maus gab keinen Mucks von sich, schaute mich mit grossen Augen an und pennte wahrscheinlich noch in der gleichen Minute, in der ich das Zimmer verliess weg. Was für eine Überraschung! Heute genau das gleiche wieder und obwohl Markus nach einer Stunde Mittagsschlaf den Nuppi wieder reinstecken musste, ratzte sie dann doch noch volle 2 Stunden. Wunderbar! Trotzdem tat ich das, was ich in solchen Fällen vernünftiger Weise immer tue- ich schlief selbst :-)
Jedenfalls hoffen wir, dass Lilly gerade nicht nur eine gute Phase hat, sind allerdings sehr zuversichtlich, dass sich ihr Schlafverhalten auch in Zukunft nicht grundlegend ändern wird. Wir haben einfach einmal mehr gemerkt, dass man mit Konsequenz unheimlich weit kommt, was die Kindererziehung angeht und für mich steht fest, dass die Elternbett-Phase nun definitiv für Lilly zu Ende sein muss, nicht zuletzt mit Hinblick auf den Familienzuwachs im September. Klar ist es schwer, das immer durchzuhalten und wir sind in vielen Dingen alles Andere als beständig in unserer Erziehungsweise (leider leider, denn wir erschweren uns das Leben am Ende selbst) aber zumindest bin ich überzeugt von der Theorie, das ist ja auch schonmal was ;-) Und natürlich sind kleine Ausnahmen wie sonntags im Bett kuscheln mit Mama und Papa weiter drin und auch für uns schön und wichtig. Ein bissel’ fehlen tut sie uns nämlich schon, die kleine Schnucke :-)
So, euch wünschen wir an dieser Stelle noch schöne Ostern und ein paar geruhsame Tage. Wir entspannen hier bei sommerlichen Temperaturen, sitzen im T-Shirt auf dem Balkon, grillen und geniessen die freie Zeit zusammen mit der Maus. Morgen werden Ostereier gesucht (bzw. für Lilly mehr oder weniger offenbar ins Gras gelegt, wo sie sie dann finden kann) ;-) und am Nachmittag kommen wie gesagt unsere Freunde zum Kaffeetrinken/ Grillen. Hoffen wir, dass es auch morgen so schönes Wetter wird.
(12 Kommentare)
Euch auch noch ein schönes Osterfest, das tolle Wetter scheint sich ja bei euch ebenfalls zu halten. Wir genießen es in Mühlbach. Die Süße hat ja viel Spaß beim Rutschen, wir denken an euch, ganz liebe Grüße.
Ja und danke nochmal für das tolle Osterpaket!!! Die Strickjacke ist der Hammer und passt Lilly wie angegossen. Wir machen baldigst ein Foto und schicken es euch bzw. stellen es auf den Blog! Ganz viele liebe Grüsse!
Liebe Anja, denkt einfach noch nicht daran, dass dann diese Ruhe recht bald wieder vorbei sein wird… Jakob schläft zum Glück immer in seinem Bett ein (zumindest nachts), aber da er gerade wieder viel spuckt, hole ich ihn auch oft zu mir. Ist schon ein anderes schlafen. Aber wie freue ich mich auf den Tag, an dem ich von 6 bis 6 schlafen darf. Jetzt aber ist das Haus leer und ich lege mich mal eine Stunde aufs Ohr. Man lernt halt den kleinen Luxus zu schätzen ;)
Viel Erfolg weiterhin!
Das stimmt, dass man den “kleinen Luxus” zu schätzen lernt. Aber wie gesagt, euer Kind ist ein wahrer Goldjunge, was das Schlafen angeht. Lilly hat uns NIE NIE NIE mal länger als 4 Stunden am Stück schlafen lassen in den ersten 6 Monaten und die paar Male, die sie es getan hat, kann man an zwei Fingern abzählen. Liebe Grüsse aus Norge!
Hallo!
Ich bin ein stiller Blogleser, der zufällig vor über einem Jahr hierher gekommen ist und sich festgelesen hat :-) ich bewundere oft eure schönen Fotos und lieben Geschichten.
Heute traten mir beim Lesen die Tränen in die Augen. Warum muss ein kleines Kind, das sich nachts nichts sehnlicher wünscht als die Nähe seiner Eltern, bis zur Erschöpfung schreien. Ich werde das nie verstehen :-( Ich wünsche euch trotzdem alles Gute mit eurer Entscheidung.
Also erstmal finde ich es toll, dass ich noch einen “heimlichen” Blogleser habe. Darüber freue ich mich total und auch, dass du nun endlich einen Kommentar da lässt :-) Was unsere “Schrei-Erziehungsmethode” angeht, so verstehe ich dein Argument, sehe es aber wie gesagt ein wenig anders. Ich denke einfach, dass es sowohl für Lilly als auch für uns als Eltern besser ist, wenn jeder seinen eigenen Platz zum Schlafen hat. Natürlich würde ich so nicht bei einem Säugling vorgehen aber mittlerweile können wir wie gesagt auch schon ganz gut unterscheiden, wann die Chli wirklich was hat. Und so wie Ines es so schön sagte, man lässt sein Kind ja auch nicht bis zur Erschöpfung schreien, sondern geht methodisch dabei vor (das Konzept kann ich dir auch gern nochmal genauer erzählen, wenn dich das beruhigt). Ich merke jedenfalls, dass es uns allen dreien so besser geht und das ist schliesslich die Hauptsache. Ich habe für uns gelernt, dass Erziehung für beide Parteien ok sein muss, um zu gelingen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass Lilly weder traumatisiert ist, noch dass sie in irgendeiner Form die körperliche Nähe zu uns vermisst. Es muss einfach möglich sein, ihr die auch am Tage zu geben, denke ich. Aber auch hier ist es wie mit Allem: jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er sein Kind erzieht. Und mal sehen, vielleicht wird es mit Mini ja auch schon wieder ganz anders… :-)
Ich denke man muss dass ganze wirklich vom Kind abhängig machen, nicht jede Methode ist wirkungsvoll bei jedem Kind. Ich habe zwei sehr verschiedene Jungen und was dem einen gut tut, ist bei dem anderen nicht immer ideal. Ich musst nicht wirklich viel kämpfen, um meine Kinder ins eigene Bett zubekommen, denn sie schliefen, da vom ersten Tag an und mit 8/9 Woche schon durch. Aber es gibt Entwicklungsphasen,das testen die kleinen Racker unsere Geduld schon. Und dann sind da die Ausnahmen, in denen ich meinem Kind nie die mütterliche Nähe verwehren würde (unwohl sein, Krankheit oder einfach auch mal, das “gebraucht werden”)
Anja, wie Du selbst sagst, es gibt da eine bestimmte Methode, die man gut anwenden kann. Ich persönlich glaube nicht, dass man das ‘Kind bis zur Erschöpfung schreien’ lässt, das klingt extrem falsch in meinem Ohren und keine vernünftige Mutter macht das, selbst wenn man die sog. “Schrei-lass- Methode anwendet. Man geht ja schliesslich methodisch vor!
Zum anderen gibt es noch die Feststellung, dass ein Säugling und Kleinkind sogar mal richtig gut schreien soll, denn das bildet angeblich das Stimm- und Singorgan besser aus. Was ich als Chorsänger durchaus glaube.
Sei gedrückt liebe Anja :-) Hoffentlich bis bald mal ‘richtig’ wieder
Dem ist nichts hinzuzufügen und ich bin 100%ig einer Meinung mit dir (naja, ausser vielleicht was das mit dem Stimmorgan angeht) ;-) Besser hätte ich es jedenfalls nicht sagen können, danke! Ganz dicker Drücker nochmal und ich befürchte, dass unser nächstes Zusammentreffen dann doch bis frühestens Weihnachten dauern wird… :(
wir müssen die unterschiedlichkeit der anwendung der methoden (gott ist das ein gespreiztes deutsch) auch feststellen, und dass bei zwillingen und noch eineiig. und es fällt schwer anzunehmen, dass klein magda andere sachen mag als ihre genetisch identische schwester hilde. aber so ist das halt.
und wir finden auch, jeder muss für sich die entscheidungen treffen. und sich nicht rechtfertigen.
Und bei Zwillingen ist das bestimmt noch schwieriger, verschiedene Methoden miteinander zu vereinbaren…
Hallo liebe Schubi’s
ist ja toll zu lesen, dass Eure Kleine mit dem Trick besser durchschläft. Im Moment habe ich allerdings nur bis hierher gelesen und mich würde es sehr interessieren, wie der tolle Trick funktioniert, dass die Cli nun so gut durchschläft.
Vielleicht könntet Ihr dass noch mal genauer erklären…
Viele Grüße vom Blaufotograph
Mhh, wie kann ich das jetzt kurz und doch gut erklären?! Also zunächst geht man bei Schreien nach 3 Minuten rein, jedoch nimmt man das Kind nicht aus dem Bett und kuschelt auch nicht mit ihm in irgendeiner Form. Man legt es wieder hin (die Chli steht gern in solchen Fällen in ihrem Bett), steckt ggf. den Nuppi wieder rein, sagt nochmal “Gute Nacht” und geht wieder raus. Liebevoll aber bestimmt. Sollte das Kind weiter schreien (und das tut es in der Regel), geht man nach 5 Minuten wieder rein und wiederholt das Ganze. Ebenso beim nächsten Mal, da wartet man dann ganze 7 Minuten. Sollte das Kind nun immer noch weiter schreien geht man solange bis es ruhig ist im 7-Minuten-Takt wieder ins Zimmer. Am nächsten Tag beginnt man die Prozedur nicht mit 3, sondern mit 5 Minuten und erhöht dann auf 7 und 9 Minuten. Am dritten Tag beginnt man mit 7 Minuten, erhöht auf 9 und geht dann im 11-Minutentakt rein. Sollten diese drei Tage tatsächlich nicht ausreichend gewesen sein (bei uns waren sie es Gott sei Dank), nimmt man immer die letzte Variante, d.h. die 7-9-11-Minuten-Variante. Wichtig ist, dass das Kind so merkt, dass es nicht allein ist und man in gewisser Art “bei ihm” ist, es auf der anderen Seite aber auch versteht, dass jetzt Schlafenszeit ist. Natürlich funktioniert das Ganze auch nur, wenn man sicher ist, dass keine anderen Probleme vorliegen (Hunger, Schmerzen, volle Windel,…). Aber man kennt sein Kind ja Gott sei Dank ganz gut und kann das einschätzen. Sicher gibt es diese Methode noch in anderer Form aber wir haben es so gemacht und es hat ganz gut geholfen wie gesagt :-) Ich hoffe, das war jetzt einigermassen verständlich…