Einen Tag vor dem errechneten Entbindungstermin und noch immer ist hier nichts losgegangen. Mit Lilly war mir damals schon längst die Fruchtblase geplatzt und um ca.18 Uhr mussten wir fluchtartig das Kino verlassen, weil die Wehen schon nicht mehr richtig zu veratmen waren.

Weit gefehlt diesmal, denn ausser viele fleissige Tritte von meinem Untermieter merke ich bisher leider gar nichts. Das ist einerseits zwar ziemlich doof, andererseits aber lässt mir das doch noch wertvolle Zeit, um mich zu entspannen. Und das tue ich mit viel Freude an der Sache.

Heute hatte ich dann auch meinen letzten Vorsorgetermin bei der Hebamme. Die staunte nicht schlecht, als sie mich reinkommen sah, schliesslich hatte auch sie nicht damit gerechnet, dass ich es tatsächlich überhaupt bis zum Termin schaffen würde. Auch während der ganzen Untersuchung, wurde sie kaum fertig darüber, dass hier immer noch nichts im Gange ist. Sie fühlte beispielsweise meinen Puls und meinte, dass dieser der einer gebährbereiten Frau ist und dass ich eigentlich schon längst in den Wehen liegen müsste ;-) Dass ein Puls einem sowas sagen kann, wusste ich bis dato gar nicht, jedoch scheint es ja so aussagekräftig auch nicht zu sein, wenn man bedenkt, dass hier eben wirklich grad noch gar nichts läuft ;-) Nuja, wir werden sehen. Staunen würde ich auf jeden Fall, wenn beide Kinder sich an den errechneten Entbindungstermin halten würden, denn das wäre wirklich eine absolute Rarität, in Anbetracht dessen, dass nur ungefähr 5% aller Babys pünktlich geboren werden ;-)

Was jedoch cool ist, ist dass der Bauch sich inzwischen wohl deutlich gesenkt hat und vor allem, dass jetzt auch das Köpfchen schon fest im Becken sitzt. D.h., dass ich mich ganz normal bewegen kann, wenn die Fruchtblase platzen sollte und nicht darauf angewiesen bin, liegend ins Krankenhaus gefahren zu werden. Insofern hat sich seit der letzten Untersuchung also schon viel getan, was ja auch nicht schlecht ist.

Was mir zunächst jedoch ein wenig Sorgen bereitete, ist dass der Bauch nicht gewachsen ist seit letztem Mal. Zumindest liegt er jetzt deutlich unterhalb der Wachstumskurve. Damit ich aber nicht gleich in Panik verfalle, erklärte mir die Hebi, dass das viele verschiedene Ursachen haben kann und ich mir keine Sorgen machen muss, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass Mini weiterhin sehr aktiv ist und demnach kein Verdacht auf Unterversorgung etc. besteht. Dass sich der Bauch gesenkt hat, wirkt sich beispielsweise auf den Verlauf der Kurve aus, ebenso wie der Stress der letzten Wochen und Tage. Nun, ich vertraue ihr da einfach und finde ja auch, dass das Wichtigste ist, dass man sein Kind regelmässig spürt (und glaubt mir, das tue ich!), deshalb wird das schon irgendwie seine Richtigkeit haben. Nur hätte ich mir natürlich eher eine stetig nach oben verlaufende Kurve gewünscht, so wie damals mit der Chli.

Heute bekam ich dann auch zum dritten Mal Akupunktur, die verschiedene Schwangerschaftsgebrechen lindern und den Muttermund weichmachen soll. 5-6 Nadeln bekam ich in Hand, Fuss, Rücken und sogar Kopf gestochen, die meisten davon mit dem Ziel, die Sache mit der Entspannung ein wenig zu unterstützen. Die Kopfnadel sollte ich tatsächlich den ganzen Tag drin behalten, was mir insofern etwas unangenehm war, als dass ich aussah wie ein Teletubbi und eigentlich nach dem Vorsorgetermin noch ein wenig nach stillfreundlichen Klamotten Ausschau halten wollte. Beim Anprobieren dieser aber riss ich die Nadel dann doch ungewollt raus (das hatte die Hebi schon vorher gesehen), sodass ich am Ende ohne Nadel im Kopf und zu meinem Leidwesen auch ohne eine einzige Klamotte dastand, denn ich musste wiedermal feststellen, dass es ziemlich bekloppt ist, mit dickem Bauch Anziehsachen für nach der Schwangerschaft kaufen zu wollen. Naja, ein wenig Effekt hatte das Stechvieh bestimmt trotzdem und ansonsten muss ich mich eben weiterhin auf herkömmliche Art entspannen ;-)

Das war übrigens auch die einzige Erklärung, die meine Hebamme dafür hatte, dass ich noch nicht entbunden habe: ich bin zu verspannt. Das merkte sie schon beim Setzen der Nadeln, da das teilweise wirklich weh tat (was es eigentlich nicht tun sollte). Sie meinte auch, dass Aktivität rein geburtentechnisch bei mir nicht viel bringen würde, mein Hauptfokus sollte deshalb jetzt lieber darauf liegen, mich so gut wie möglich zu entspannen, dann könne da auch was losgehen. Meine Rede ;-)

Nun, an diesen Rat halte ich mich gern und werde morgen nochmal eine ganz ruhige Kugel schieben, bevor am Wochenende dann wieder der ganz normale Wahnsinn, den die Ganztagsbetreuung eines Kleinkindes so mit sich bringt, losgeht :-)

Sollte sich übrigens bis nächste Woche Freitag wider Erwarten nichts getan haben, muss ich nach Stavanger zum Ultraschall, wo dann geguckt wird, ob alles in Ordnung ist und wo die Ärzte dann darüber entscheiden, ob und wann ggf. eingeleitet wird. Hoffen wir mal, dass es dazu nicht kommt. Mittlerweile rechne ich wirklich mit Allem, hat mir doch mein Bauchgefühl schmählich bewiesen, dass es mich eben doch hinter’s Licht führen kann…

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