Ach wie schön war das letztes Mal im Mutterschutz! Da wusste ich mit meiner freien Zeit überhaupt nicht wohin und versuchte mich verzweifelt irgendwie zu beschäftigen. Ich war total entspannt, schlief am Tag wieder rein, was ich nachts versäumte und bereitete die letzten Kleinigkeiten für Lillys Ankunft vor.

Heute dagegen, gerade mal gute 1,5 Jahre später, habe ich den Eindruck, ich versinke im Stress und dass der Tag einfach zu wenige Stunden hat. Nicht nur, dass wir jetzt die süsse Maus unseren grössten Schatz nennen und diese stets versorgt, bespasst oder gekuschelt werden möchte, nein, obendrein haben wir auch noch ein von oben bis unten dreckiges Haus, in dem jeder einst freie Platz mit Verpackungsmüll zugestellt ist und eine Küche, die zwar schon ziemlich fertig ist, wo aber das Wort “ziemlich” doch noch relativ bedeutungsintensiv ist…

Und in all dem sollen wir nun ein Kind bekommen! Irgendwie tut es mir für Mini leid, dass diese Schwangerschaft so schnell an mir vorüberzog (und das ja auch schon ohne Küchenrenovierung). Wahrscheinlich ist es einfach so, wenn man zum zweiten Mal schwanger ist. Man “kennt” das alles schon und hat nicht mehr so den Reiz des Neuen. Das ist einerseits toll, weil man einfach wesentlich entspannter ist, andererseits aber habe ich auch den Eindruck, dass ich viele Sachen nicht mehr so intensiv wahrnehme, wie ich es beim ersten Mal tat. Und das wiederum ist extrem schade. Ich würde mir wünschen, noch genauso über dieses Wunder der Natur staunen zu können, wie damals als die Chli in meinem Bauch war. Klar, ich kann es immer noch kaum fassen, was da gerade grossartiges im Körper passiert aber da ich es schon einmal erlebt habe und dabei ja auch noch das perfekteste kleine Wesen rausgekommen ist, was ich mir vorstellen kann, ist es eben nicht mehr ganz so surreal wie damals.

Egal wie, es war eine unglaublich tolle Schwangerschaft, in der es mir extrem gut ging (körperlich wie psychisch) und ich fände es traurig, das nicht nochmal zu erleben. Der Gedanke, nie wieder schwanger zu sein, befremdet mich im Moment total. Mini wird mir einfach so fehlen mit seinen Tritten und dem täglich wiederkehrenden Schluckauf. Vielleicht nicht die erste Zeit nach der Geburt aber irgendwann wieder. So war es damals mit Lilly jedenfalls. Und ausserdem gehöre ich zu den Frauen, die gern einen dicken Bauch vor sich her tragen und die Schwangere nicht automatisch in die Riege “unattraktiv” einordnen. Ich finde schwanger sein schön, von innen und von aussen. Aber gut, was daraus wird, werden wir an späterer Stelle sehen :-)

So, dass von Wehen im Moment noch nichts zu merken ist, könnt ihr aus diesem schwülstigen Artikel sicher selbst herauslesen. Im Gegensatz zu letztem Mal, wo es mir gar nicht schnell genug gehen konnte, bin ich darüber auch sehr froh, verschafft es uns doch noch wertvolle Zeit zum Putzen und Fertigstellen unserer Arbeiten. Dass ich noch nichtmal Vorwehen oder sonst irgendwas hatte in den letzten Tagen, verwundert mich sowieso zutiefst. Ich schlafe extrem wenig, arbeite jeden Tag bis die Schwarte knackt und mache alles andere als mich schonen oder Kräfte tanken. Ich kann aber auch gerade nicht anders. Ich kann einfach nicht in einem Haus entspannen, in dem es so extrem dreckig ist. Der Gedanke daran, dass in diesem Chaos bald ein kleiner Säugling wohnen soll, flösst mir richtiggehend Panik ein. Daher schalte ich gerade wie mein Hase auf Duracell-Betrieb um und wachse über mich hinaus. Im Fachjargon nennt man das wohl Nestbautrieb und ich kann wahrhaftig froh sein, dass ich noch so fit bin in der 40.Woche.

Naja, mal sehen, was mich morgen so sehr rappelt, dass ich darüber schreiben möchte :-)

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