…sind Markus und ich und ich glaube, ihr könnt euch auch schon denken, warum :-)

Hiermit stelle ich euch also unser zweites Mäuschen vor:

Name: Elli
Geschlecht: weiblich
Geburtsgewicht: 3405g
Grösse: 50 cm

Ich hätte ja nie gedacht, dass morgens zwischen um 6 und halb 7 so ein Betrieb auf der Autobahn herrschen würde, meine Güte! Nur eine Stunde später und wir wären sicher in einen saftigen Stau gekommen! Doch Markus fuhr wie Michael Schumacher zu seinen besten Zeiten und so schafften wir den Weg dann doch in “nur” einer halben Stunde. Das war auch gut so, denn kaum waren wir im Krankenhaus angekommen, wurde ich schon ans CTG angeschlossen und der Muttermund abgetastet. Wow, ich konnte meinen Ohren kaum trauen, als die freundliche Hebamme meinte, dass dieser schon satte 7cm offen stand!!! Also klar hatte ich Wehen aber die waren bis dato wirklich noch absolut aushaltbar und wegzuatmen. Wie das ging, war mir schleierhaft! Mit Lilly kam ich damals mit ungefähr der gleichen Wehenstärke ins Krankenhaus und da waren gerade mal 3cm offen. Das ging ja gut los, dachte ich mir… dass die letzten 3 cm dann allerdings noch mal richtig hart werden würden, hätte ich mir eigentlich auch denken können, so eine Geburt ist ja schliesslich kein Spaziergang ;-)

Boah, das wünscht man echt seinem ärgsten Feind nicht. Wie schon damals mit der Chli dachte ich manchmal, ich schaff’s nicht. Nur was sollst du denn machen, wenn die Wehe kommt?! Du kannst sie nur aushalten, es bleibt dir keine andere Wahl. Glücklicherweise hatte ich jedoch relativ lange Wehenpausen bis fast zum Schluss (so ungefähr 4-5 Minuten). Das war unglaublich hilfreich, einfach weil mir das Zeit zum Verschnaufen gab. Für die Periduralanästhesie war es wie letztes Mal auch schon viel zu spät und Lachgas wollte ich diesmal nicht, weil mich das bei der Geburt der Chli unglaublich viele Kräfte gekostet und schmerztechnisch nur wenig gebracht hat. Also blieb nur aushalten, so sehr mir diese Erkenntnis auch zuwider war.

Schön war allerdings, als es langsam auf die Presswehen zuging. Also nicht, dass die besonders erquickend gewesen wären aber da merkt man eben, dass wirklich was vorwärts geht und man nicht so sinnlos leidet (zumindest erscheint einem das in dem Moment ja so) ;-) Mit jeder Wehe spürte ich quasi wie Mini, äh Elli dem Ausgang ein Stückchen näher rückte. Da die Hebamme auch jedes Mal sofort die Herztöne des Baby mass und das mit jeder Wehe einige cm/mm weiter unten war, wusste ich, lange kann es definitiv nicht mehr dauern. Das war ein tolles Gefühl, denn gerade die Presswehen habe ich von der letzten Geburt in ziemlich schlechter Erinnerung, da Lilly ja irgendwo hinter dem Schambein klemmte und nicht vorkam. So richtigen Pressdruck hatte ich da dann auch gar nicht, was die Sache enorm erschwerte und am Ende ja dazu führte, dass die Saugglocke ran musste.

Und das war eben auch das Tolle dieses Mal: es ging alles so unglaublich natürlich vonstatten. Keine Schmerzmittel, keine Hilfe von aussen- einfach nur Markus, Elli und ich. Also nicht dass die Hebammen nicht geholfen hätten- im Gegenteil, ich wäre komplett aufgeschmissen gewesen ohne sie aber selbiger Geburtsvorgang war diesmal einfach weniger mechanisch und wesentlich persönlicher. So hatte ich mir das vorgestellt und ich fand es schön, dass ich diesmal auch nicht zu fertig war, das bewusst in dem Moment wahrzunehmen.

Tja und dann sowieso dieser tolle Augenblick, wo das Kind endlich rausflutscht und man weiss, jetzt hat man es geschafft und in ein paar Sekunden hält man den Wurm in den Armen. Hach, dafür hat sich dann alles wieder gelohnt! Ich konnte es allerdings gar nicht fassen, als ich sah, dass wir ein Mädchen bekommen hatten! Damit hatte ich irgendwie überhaupt nicht gerechnet, denn ich hatte mich schon ziemlich darauf eingeschossen, dass da auf jeden Fall ein kleiner Junge in meinem Bauch liegen würde! Hihi, so kann man sich täuschen und das wäre ja auch mal wieder ein guter Beitrag zum Thema “mütterliche Intuition” ;-)

Nach vollbrachter Tat, bekamen wir sofort einen norwegischen Willkommensgruss zu Ehren von Elli serviert :-)

Nach vollbrachter Tat, bekamen wir sofort einen norwegischen Willkommensgruss zu Ehren von Elli serviert :-)

Krass fand ich allerdings, dass mir das Geschlecht total egal war. Also das fand ich ehrlich gesagt schon fast ein bisschen schade, denn ich hatte mir den Moment, in dem man das Geschlecht seines Kindes erfährt irgendwie total toll und einzigartig vorgestellt. In der Realität musste ich allerdings erkennen, dass ich nicht mal mehr dran dachte, überhaupt nachzuschauen, was es denn nun ist: ein Junge oder ein Mädchen. Es war in gewisser Weise reiner Zufall, dass ich eben zufällig gerade Minis Geschlecht gesehen habe, in dem Moment, in dem sie da so zwischen meinen Beinen lag.

Und das ist ja wiederum auch schön, denn es zeigt, dass es mir wirklich schnurzpiepsegal ist, ob nun männlich oder weiblich. Und nun freue ich mich sogar darüber, weil Elli auf diese Art lauter tolle Sachen von Lilly “erben” kann, die ich einem Jungen niemals hätte anziehen können ;-)

Inzwischen ist es Abend und der Tag ist unglaublich schnell vergangen. Die Chli hat heute Nachmittag ihre kleine Schwester in Augenschein genommen und konnte gar nicht die Finger von ihr lassen. Ständig wollte sie sie streicheln oder ein Küsschen geben. Zuckersüss, die Maus! Natürlich liegt das auch am “Puppencharakter” von kleinen Babys und man wird sehen, wie sich das Verhältnis der beiden in Zukunft entwickeln wird aber insgesamt war das eine tolle erste Begegnung zwischen unseren beiden Kindern (komisch, das zu schreiben) :-)

Mir geht es ansonsten auch ganz gut. Mir tun natürlich alle Knochen weh und jeden Schritt überlege ich mir derzeit zweimal aber das ist ja ganz normal und war mit Lilly damals wesentlich schlimmer. Was ein wenig anstrengender ist, sind die Nachwehen. Dass die bei Mehrfachgebährenden heftiger sein würden, wusste ich ja, dass sie allerdings so fies sein könnten, hätte ich nicht gedacht. Aber naja, jeder der mal richtige Wehen hatte, empfindet andere Schmerzen wie einen Klacks ;-)

Elli ist jetzt schon seit rund 7 Stunden nur am Schlafen. Sie hat heute schon zweimal Milch bekommen (das Stillen ging erwartungsgemäss viel besser als damals mit der Chli) und nun ist das Wichtigste, dass sie erstmal wieder zu Kräften kommt, denn für sie war das heute ja auch ein anstrengender Tag. Ab morgen geht dann die Sache mit der Milchproduktion los und ich werde sicherlich deutlich eingespannter sein als heute, wo ich viel Zeit für mich, die Chli und den Schatz hatte.

Und ein Küsschen gibt's auch noch :-)

Und ein Küsschen gibt's auch noch :-)

Letzterer soll an dieser Stelle nochmal ein Riesenlob bekommen: ohne ihn hätte ich auch diese Geburt nicht so gut überstanden. Es ist wirklich merkwürdig, wieviel besser die Wehen zu ertragen waren, wenn ich ihm seine Finger abdrücken oder zusammen mit ihm atmen konnte. Wahrscheinlich hätte alles viiiieeelll länger gedauert, wenn er nicht an meiner Seite gewesen wäre. Danke, mein (Duracell)-Hase :-)

So, das waren jetzt vergleichsweise wenige Bilder aber ich muss jetzt dringend ins Bett und blogge lieber in den nächsten Tagen nochmal. Nur eines: Elli ist Lilly als Baby wie aus dem Gesicht geschnitten. Das ist wirklich unglaublich! Als ich Elli zum ersten Mal sah, dachte ich sofort: “Die sieht ja aus wie die Chli”. Markus ging es übrigens genauso. Wahnsinn!

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