ich da also hin, schick herausgeputzt und mit bewerberlächeln. die sekretärin der schule begrüßte mich auch gleich freudestrahlend. sie kannte mich noch vom letzten mal und aus irgendeinem unersichtlichen grund, scheint sie mich sehr zu mögen. das hat mir gleich ein wenig mehr mut gegeben. drin warteten sowohl direktor, als auch stellvertretender direktor auf mich (die beiden hatte ich auch beim ersten mal schon getroffen). und fräulein anja schubert beim ersten wichtigen bewerbungsgespäch in ihrem leben! ohhh gott!!!!!!! beide waren super nett, lasen sich aufmerksam die bewerbung durch und stellten dann diesbezüglich fragen über fragen. nach einer halben stunde hatte ich löcher im bauch und das gefühl, mich wie eine schlange gewunden zu haben. erfreulicherweise war ich aber doch sehr zufrieden mit mir und meinen antworten. es ging fast ausschließlich um meine einstellung zum christentum bzw. um die tatsache, dass es sich bei der schule um ein christliches gymnasium handelt. was soll ich da sagen?! ich bin für alles offen- warum nicht? ich will dort nur 4 stunden deutsch in der woche unterrichten! und ich werde sicherlich nicht ankommen und behaupten, dass gott tot ist. die schüler sollen glauben, was sie wollen und ich erwarte die selbe toleranz von ihnen. ich habe auch nicht vorgegeben, in die kirche zu gehen und ich muss fairerweise sagen, dass sowohl direktor, als auch sein stellvertreter daraus keine kriminelle handlung gemacht haben.

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