…sagte ich letztes Mal, ich sei entspannt?!

Wenn ja, dann sollt ihr wissen, dass ich es spätestens seit dem letzten Blogeintrag nicht mehr bin. Ist schon komisch. Da redet man gerade noch darüber, wie gut es einem geht und wieviel Zeit man gerade hat und schon bricht eine Tonne von Stress über einem ein.

Zunächst war da die Sache mit unserem Auto. Das macht nämlich schon seit einiger Zeit ziemliche Mucken und da das immer schlimmer wurde, mussten wir uns plötzlich diese Woche darum kümmern. Das klingt jetzt sicher nicht sehr anstrengend für euch, war aber für mich ein ganz schöner Kraftakt, da ich ja jeden Tag auf den fahrbaren Untersatz angewiesen bin und deshalb kaum die Möglichkeit habe, das gute Stück in die Werkstatt zu bringen. Nachdem wir es erst hier in Lye zu den Mechanikern unseres Vertrauens befördert hatten, diese sich aber ehrlicher Weise dazu bekannten, uns in der Sache nicht weiterhelfen zu können, mussten wir die Karre kurzerhand in einer Ford-Vertragswerkstatt vorstellig machen. Nachdem die erst den halben Tag gar nichts mit dem Auto anstellten, ich jedoch in Bryne derweile die Zeit totschlagen musste (um abends nochmal auf Arbeit zu gehen), fand man dann kurz vor Feierabend heraus, dass es wahrscheinlich Problem X sein muss, dessen Behebung mal schnell 30 000 NOK kosten würde. Nun, das sind fast 4000 Euro und ganz ehrlich – weder Markus noch ich fanden deren Aussagen besonders vertrauenserweckend. Deshalb haben wir jetzt einen Tipp von unseren französischen Freunden hier bekommen, die ihrerseits auch noch andere deutsche Freunde haben, von denen einer Automechaniker ist. Der hat sich das Auto gestern angeschaut und meinte, dass er unwahrscheinlich findet, dass der Fehlerauslöser tatsächlich Problem X ist. Daher will er sich die Kiste nächsten Freitag (an meinem freien Tag) nochmal genauer ansehen und dann entscheiden wir, was zu tun ist. Hach. Und als wäre das alles noch nicht genug, flatterte doch heute tatsächlich die Rechnung der Ford-Werkstatt ins Haus. Und ganz ehrlich: ich dachte, es handle sich um einen Aprilscherz, einen schlechten wohlgemerkt! Da wollen die doch tatsächlich dafür, dass die ein verdrecktes Ventil gereinigt haben und mit ihrem Suchgerät die elektronischen Fehler am Auto ausfindig gemacht haben satte 2747 NOK!!!! Das heisst im Klartext, dass die dafür, dass das Auto immernoch genauso kaputt ist wie vorher und nichtmal eine anständige Fehlerdiagnose stellen konnten, die tatsächlich 350 Euro haben wollen!!!! Boah, ich bin echt stinksauer und das erhöht meinen Stressfaktor im Moment um einiges!

Ausserdem bekam ich vor einigen Tagen einen Anruf von meiner ehemaligen Schule, an der ich ja immerhin 3 Jahre angestellt war. Mein damaliger Chef fragte mich, ob ich diese Woche als Deutschvertretung einspringen kann und wie es der Zufall so will, hab ich ja freitags frei und konnte eben. Und darauf freute ich mich auch total, schliesslich fehlt mir mein altes Arbeitsmilieu total und der Job hatte mir ja auch viel Spass gemacht. Nur war ich irgendwie total nervös, denn ich bin ja jetzt echt schon seit über einem Jahr raus und umgebe mich nur mit sieben- oder achtjährigen (und nicht mit Jugendlichen in der 11./12. Klasse). Deshalb hat die Vorbereitung auf die Stunde gestern auch keine 20 Minuten wie früher gedauert, sondern gleich mal zwei Stunden. Und geschlafen habe ich auch kaum und nur Mist geträumt. Aber natürlich ist heute alles total gut gegangen, hat sauviel Spass gemacht (den Schülern glaub ich auch) und es war einfach nur schön, meine ehemaligen Kollegen wieder zu sehen. Nur Stress war es eben, vor Allem psychisch.

Ja und das absolut Bekloppteste diese Woche ist mir am Mittwoch passiert. Da war ich in der Schule und wie sie so sind die Kleinen, sie passen null auf, wo sie hinrennen und was sie machen. Komme ich da also an mit meiner Wampe und so ein Krutscher rauscht mir direkt frontal rein und zwar mit Karacho. Klingt jetzt vielleicht erstmal unproblematisch, nur tat mir hinterher ganz schön der Bauch weh. Deshalb hab ich mir dann doch leicht Sorgen gemacht und gleich meine Hebi angerufen, um zumindest verbal ihre Meinung einzuholen (auf einen Ultraschall braucht man wegen sowas hier nichtmal zu hoffen, mit Ängsten und Sorgen wird man in Norwegen in der Schwangerschaft von Ärzten sowieso nicht ernst genommen, das musste ich letztes Mal schon bitter lernen). Sehr hilfsbereit wurde mir jedoch von der Hebamme sofort vorgeschlagen vorbeizukommen, um Minis Herztöne abzuhören. Keine 10 Minuten später war ich dort und bekam die erhoffte (und doch auch erwartete) Nachricht, nämlich dass alles super klingt. Das tat gut, besonders wenn man bedenkt, dass mir gestern (Donnerstag) ganz schön der Bauch weh tat. Allerdings nicht so wie am Tag zuvor, sondern so wie damals in der Schwangerschaft mit Lilly, wenn ich viel Stress hatte und mich über den Tag einfach zu sehr beansprucht hatte. Und was ganz besonders doof war, ist dass ich seit gestern die ersten Übungswehen spüre. Das begann damals grad mal in der 20.Woche, jetzt bin ich Ende 17.! Und die angesprochenen “Schmerzen” kenne ich auch nur von viiiel später. Heute war ich dann auf Anraten der Hebi aber dann sowieso nochmal zur Herztonmessung und sie bestätigte, Mini ist gestresst. Hatte es noch am Mittwoch eine Herztonfrequenz von 140, waren es diesmal ganze 160 Schläge in der Minute. Allerdings hatte ich heute auch den Unterricht in meiner alten Schule und war extrem nervös. Da sieht man, wie sehr sich Stress und Nervosität der Mutter auf das Kleine übertragen…

Deshalb ist dieses Wochenende nur Entspannung angesagt und ich merke, dass ich die jetzt dringend brauche. Sollten die Übungswehen mehr werden, muss ich nämlich ernsthaft einen Gang runterschalten. Allerdings gehe ich auch nicht davon aus. Heute hatte ich zum Beispiel noch keine einzige, gestern hingegen ständig.
Naja, mir geht es eigentlich sonst total gut und ich hab nichts zu meckern. Nur heute musste ich mich eben über diese komische Woche bei euch ausheulen, vielleicht wird die nächste ja dann besser?! Ich trau mich jedenfalls kaum mehr, so positive Blogeinträge wie letztes Mal zu verfassen, zumindest nicht, wenn ich nicht ganz fest auf Holz dabei klopfe… ;-)

(10 Kommentare)