Es ist halb sieben Uhr morgens, der letzte Tag in diesem Jahr und jemand in meinem Bauch hat Schluckauf. Warum sich also noch länger quälen und liegen bleiben, wenn man die letzte Chance zum Bloggen 2009 auch nutzen könnte?! :-)
Es gibt viel zu berichten diesmal. Vom Schneeeinbruch in Lye, vom Weihnachtskonzert mit meinem Chor, von einem kleinen Mädchen, dass schon in gut 3 Wochen zur Welt kommen wird, von unserem ersten eigenen Weihnachtsbaum aber vor allem natürlich vom Besuch meiner Eltern und meines Bruders zu Weihnachten.

Und das ist sie, unsere erste eigene Weihnachtstanne. Beschmückt mit reichlich "Kotte" von Ikea und üppig unterlegt mit Geschenken für und von meiner und Markus' Familie.
Meine armen Eltern und auch armer armer Maik: 18 Stunden Autofahrt unter schwierigsten Bedingungen lagen hinter ihnen, als sie am Abend des 23.12.09 bei uns gegen 21 Uhr eintrudelten. Bepackt bis unter’s Dach (mit Sachen, die fast ausschliesslich für uns bestimmt waren) und totmüde haben wir die drei empfangen müssen. Derweile hatten sie noch Glück im Unglück mit diesem ganzen Schneewetter: die Fähre ging pünktlich und auf den Strassen sind sie auch besser durchgekommen, als vermutet. Ich hatte mir wirklich grosse Sorgen gemacht, bevor sie losgefahren sind. Überall las man von Glatteis, Minusgraden, Schnee und Regen und ich befürchtete meine Familie schon im Srassengraben (bestenfalls). Gott sei Dank kam es ja dann anders.
Nach einer grossen Auspackaktion, an der ich mich nicht beteiligen durfte (ja, manche Vorteile muss das Schwangersein schon haben…) war unser Flur dann komplett zugestellt und meine Familienmitglieder noch erschöpfter als vorher. Was die aber auch alles mitgebracht haben!!! Eine umfangreiche Babyausstattung von Markus’ Schwester mit Kinderwagen, Klamotten für das komplette erste Lebensjahr, Babyphones, Tragetuch, Heizstrahler und was weiss ich nicht noch alles; Geschenke für uns bzw. die Geschenke, die Markus und ich in Deutschland bestellt und zu ihnen nach Hause haben schicken lassen, zusätzlich die tollen Geschenke von Markus’ Familie, darunter ein super Topfset von WMF, das natürlich dementsprechend Platz einnahm und als wäre dessen nicht genug, haben sie tatsächlich sogar noch einen ganzen Bierkasten mit unter gekriegt, der ganz allein für Markus bestimmt war. WOW! Wir hätten es fototgrafieren sollen. Scheinbar hatten meine Eltern ganze 4 Stunden gepackt zu Hause, um alles mitnehmen zu können. Ich weiss gar nicht, was wir gemacht hätten, wären sie nicht mit dem Auto gefahren. Da hätten wir ganz schön doof aus der Wäsche geguckt.

Bei einem unserer wenigen winterlichen Spaziergänge. Bei dem Glatteis gehe ich ehrlich gesagt nicht mehr gern raus, mal davon abgesehen, dass ich nach 50 Metern sowieso schon anfange zu schnaufen, doch versicherte mir Markus, dass am Strand gut gestreut sei :-)
Die Tage vergingen sehr entspannt. Wir haben gegessen wie die Könige in Frankreich und ich war einfach nur glücklich, dass Ente, Klösse und Rotkohl den Weg nach Norwegen gefunden hatten. Weihnachten ist einfach nicht Weihnachten, wenn das fehlt. Genauso wie meine Familie. An keinem einzigen Weihnachten solange ich lebe, war ich von meiner Familie getrennt an Weihnachten. Das kann ich mir gar nicht vorstellen und ich wäre wirklich sehr traurig gewesen, hätten wir dieses Jahr allein feiern müssen. Nach Deutschland fliegen wäre nicht mehr möglich gewesen (mich nimmt ja jetzt keine Fluggesellschaft mehr mit) und 18 Stunden im Auto sitzen ist für eine Schwangere in der 37. Woche auch mehr als undenkbar. Umso dankbarer bin ich den Dreien, dass sie die Strapazen auf sich genommen haben.

Ja, das mit dem Schuhe anziehen klappt inzwischen auch nicht mehr so gut. Sofern zur Hand, muss ich mir einen menschlichen "Schuhanzieher" suchen. In diesem Fall mein Bruder. Allerdings hat er mir hier eine Art "spikes" unter die Schuhe gezogen. Das sind so Gummisohlen mit Metallausstülpungen dran, die man sich ganz einfach (zumindest als nichtschwangerer Mensch) unter die Schuhe spannen kann. Und es wirkt: man rutscht deutlich weniger auf Eis :-)
Ja, also Weihnachten war schön. Wir haben tolle Geschenke bekommen (WMF-Besteck von meinen Eltern, das Topfset von Markus’ Familie, viele Bücher und Dvd’s, wunderschöne Babysachen von Markus’ Schwester und Freund (danke, danke, danke!) und mein Bruder hat mir einen Kinderwäschekorb geschenkt, den ich mir sehr gewünscht hatte.) Der ist wirklich niedlich und sobald das Zimmer fertig eingeräumt ist, werdet ihr ein Bild davon sehen. So langsam will ich auch, dass endlich alles bereit ist. Ab Ende dieser Woche könnte die Kleine nämlich jeden Moment kommen und gilt nicht mehr als Frühgeburt. Ausser ein paar Waschlappen, Spuck- und Handtüchern haben wir jetzt eigentlich auch alles, doch sieht es im Kinderzimmer gerade noch aus wie auf dem Schlachtfeld. Ich bin gerade dabei, alle neu geschenkten und unbenutzten Babysachen zu waschen, um sie von den gröbsten Chemikalien zu befreien und die zahlreichen Klamotten zu ordnen, die wir von Katrin und meiner Kollegin Kristin bekommen haben. Das macht unglaublich viel Spass und meine Mama ist mir schon gut zur Hand gegangen über Weihnachten. Nur kann ich nicht mehr so lange stehen, sodass ich alles mit Ruhe angehen und mir die Arbeit einteilen muss. Aber solange klein Lilly noch ein bissel im Bauch bleibt, ist das ja auch kein Problem :-)

Ja, für die, die es noch nicht wussten: die Maus soll Lilly heissen, so wie meine im letzten Monat verstorbene Grossmutter. Und dieses tolle Bild hat uns Eva gemalt und ich hoffe, dass wir die Knitter, die auf der weiten Reise von Hawaï nach Norwegen entstanden sind noch rausbügeln können. Das war wirklich eine tolle Idee! Dazu gab es zuckersüsse Bodys und Strampler und ein paar selbstgestrickte Söckchen, bei denen man sich gar nicht vorstellen kann, dass sie einem Menschen passen können. Vielen vielen Dank, wir haben uns echt riesig gefreut!
Ansonsten geht es mir körperlich wesentlich besser, seit ich nicht mehr arbeiten muss. Ich merke, dass ich mich immer mehr entspannen kann und dass auch die ganzen anderen Beschwerden in ihrer Intensität nachlassen. Es macht einfach sehr viel aus, wenn man sich ausruhen kann. Ich gehe jeden Tag mehrmals schlafen und bin dann auch so richtig weg, sodass ich wieder Energie für andere Dinge habe. Das ist ein gutes Gefühl. So sehr ich mir die Kleine auch auf die Welt wünsche, so kann ich jetzt auch gut damit leben, dass sie sich noch bis zum Geburtstermin Zeit lässt. So bleibt mir genug Zeit, alles fertig zu machen und auch endlich mal meine Krankenhaustasche zu packen. Mann, das hätte ich schon vor über einem Monat fertig haben sollen ;-) Laut der inzwischen zweiwöchentlichen Kontrolluntersuchung sind alle meine Werte wohl auch sehr gut: kein Eisenmangel, guter Blutdruck, wenig Wasser im Körper und ein Kind, dass gesunde Herztöne hat. Das Beste ist jedoch, dass die Kleine jetzt fest mit dem Kopf im Becken verankert ist, sodass sie sich nun nicht mehr drehen kann und ich einen Kaiserschnitt (zumindest geplant) scheinbar umgehe. Davor hatte ich nämlich ein wenig Angst, auch wenn Klein-Lilly schon seit über 6 Wochen in dieser Position verweilt. Sie ist immernoch sehr aktiv, strampelt wie ein Weltmeister und hat mehrmals am Tag Schluckauf. Arme Maus. Merken tut man das an so ganz rhythmischen Bewegungen im Bauch und das Gute daran ist, dass einem das auch sehr schön Aufschluss darüber bringt, wie sie gerade liegt. Aber das Problem habe ich ja inzwischen wie gesagt nicht mehr :-)
Ja und nun ist es um, das Jahr 2009. Ein schönes Jahr für uns. Die Ankunft eines Kindes (und nun höre ich mich sicher an wie in einem Elternratgeber) ist etwas Unglaubliches und allein das Wunder, Leben in einem heranwachsen zu fühlen ist wahnsinnig schön und übertrifft alles, was ich bisher an Glücksgefühlen so gespürt habe. Ich kann es kaum fassen, dass wir bald zu dritt sind und freue mich wahnsinnig darauf. Ab jetzt wird nichts mehr sein wie es war. Das kann beklemmend sein, doch ist es in allererster Linie eine tolle Herausforderung, die Markus und ich gern annehmen.
Euch allen einen guten Rutsch und ein gesundes Neues.







