es ist freitagabend und ich bin so geschafft wie schon lange nicht mehr. puhh, das wird euch sicherlich nach meinem letzten blogeintrag sehr befremdlich vorkommen aber diese woche hatte ich so viel stress, wie ich ihn in meiner ganzen zeit in norge noch nie hatte. da morgen die uli zu besuch kommt, bleibt mir der heutige abend als einzige möglichkeit, diesen monat noch darüber zu berichten. und das muss ich schon machen, obgleich eure kommentare das letzte mal eher spärlich ausgefallen sind ;-) dafür habe ich aber ein paar liebe mails bekommen mit aufbauenden tipps und sonnigen erzählungen. vielen dank!

grund für meinen stress ist in erster linie die schule. ich hatte wahnsinnig viel zu korrigieren (jahresendprüfungen) und die hat man eben nicht mal in einer halben stunde durch. gerade ich als anfänger habe mich total schwer getan, besonders wenn es darum ging, eine note zu geben. da fühlt man sich schon schnell mal überfordert und sitzt tagelang an einem stapel klausuren. woher soll ich denn bitte wissen, was die können müssen und was nicht? gerade bei einer klasse, in der ich selbst erst ein einziges mal unterricht hatte. zum glück habe ich fantastische kollegen und die helfen mir wirklich enorm weiter. so traf ich mich diese woche mit einer lehrerin, die die klasse, die ich neu dazu bekommen habe vorher in deutsch hatte, damit wir zusammen die klausuren nochmal durchgehen und die noten vergeben konnten. ist unglaublich nett von ihr gewesen, dass sie das anbot, denn es war uns beiden bewusst, dass das eine angelegenheit von mehreren stunden werden würde.
es ist mal wieder zeit zu bloggen. markus ist noch auf arbeit (es ist genau 00.15!!!) und ich bin vor einigen minuten aus dem kino wieder gekommen. zuerst wurde natürlich im studivz gegruschelt, wie markus leicht eifersüchtig zu sagen pflegt und dann hab ich den weg zum nächsten blogeintrag angetreten.

morgen ist hier 17. mai, der nationalfeiertag in norwegen. alles was beine hat versammelt sich da in den strassen der städte und macht party bis der arzt kommt. hahaha, glaub ich zumindest. ist schliesslich mein erstes “siebzehnter-mai-erlebnis”. wir haben auch schon vor wochen norwegische papierfahnen gekauft, mit denen wir morgen emsig wedeln und dabei “heia heia” schreien müssen. natürlich zieht es uns an so einem grossen tag nach stavanger- ausser natürlich das wetter ist so schlecht, dass bryne herhalten muss. zu sehen gibt es wohl ellenlange umzüge (karnevalähnlich mit grossen wagen etc.). meine zukünftige schule soll auch einen solchen wagen haben. wie schade, dass ich erst ab august voll dort arbeite ;-) ansehen werden wir uns das spektakel mit guro und morten und das wird bestimmt richtig nett. die menschen aus der region haben am 17. mai alle ihre traditionellen trachten an, die sie hier oft schon zur jugenweihe geschenkt bekommen haben und die ein halbes vermögen kosten (mit einem gebrauchten kleinwagen vergleichbar). gedacht wird an diesem tag wohl der norwegischen verfassung von 1814. alle singen dann auch die nationalhymne und schreien mit uns “heia heia” ;-) wir berichten bestimmt darüber, ob es spassig war.
…wo eigentlich, werdet ihr euch fragen, schliesslich war keine reise geplant, geschweige denn angekündigt. aber ich bin ganz einfach in norwegen angekommen.

schon seit ein paar tagen ist es jetzt amtlich aber da wir gerade charmanten besuch aus deutschland haben, bin ich noch nicht dazu gekommen, die gute nachricht allen meinen lieben weiterzusagen. ich habe einen neuen job!!!! ab august 2007 bin ich vollständiger (mit den endlich ersehnten 100%) deutsch/französisch-lehrer am örtlichen gymnasium hier in bryne. ich hatte nicht mehr damit gerechnet, hatte schon begonnen, mir ernsthafte sorgen um meine berufliche zukunft in norwegen zu machen, als ich dann doch letzten mittwoch zum bewerbungsgespräch eingeladen wurde. und das kam so: